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Nature

6000 Quadratkilometer großer Eisberg in der Antarktis abgebrochen

Die abgetrennte Eismasse ist etwa siebenmal so groß wie Berlin

Seit Monaten rechneten Wissenschaftler mit dem Ereignis: Vom Larsen-C-Schelfeis im Westen der Antarktis hat sich nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhafen (AWI) ein riesiger Eisberg gelöst. 

Der 172 Kilometer lange Riss im Eis hatte das Ablösen schön länger angekündigt – Credit: NASA/John Sonntag

Er ist mit 6000 Quadratkilometern fast siebenmal so groß wie Berlin, 175 Kilometer lang, 50 Kilometer breit und wiegt nach Schätzungen etwa eine Billion Tonnen. Die zwischen Montag und Mittwoch abgebrochene Eismasse in der Antarktis zählt laut Forschern zu den größten registrierten Eisbergen der vergangenen Jahrzehnte.

Von dem nach Norden abdriftenden Giganten, der innerhalb der nächsten Jahre im Ozean schmilzt, gehe keine Gefahr für Menschen aus, da er „in einem sehr entlegenen Teil der Erde schwimmt“ und per Satellit für Schiffe einfach zu verfolgen sei, teilte das Antarkis-Forschugsprojekt Midas mit.

 

Die britischen Wissenschaftler berichten, dass der Tafeleisberg voraussichtlich den Namen A68 erhalten wird. Anfang des Jahres hatten Medienberichte über den Riss im Schelfeis Larsen C bereits für Aufsehen gesorgt und das sogenannte „Kalben“ angekündigt, im Mai spitzte sich die Situation zu.

Klimawandel bedroht Eismassen der Antarktis

Zwar ist das Abbrechen von Eisbergen ein natürlicher Prozess, doch die Antarktis gehört zu den sich am schnellsten erwärmenden Gebieten der Erde, wodurch das Phänomen deutlich beschleunigt wird. In den letzten 25 Jahren seien „sieben Schelfeise von insgesamt zwölf an der Antarktischen Halbinsel zerfallen oder stark zurückgegangen“, erklärte Glaziologin Daniela Jansen vom AWI. Die Ablösung des Eistafelbergs könnte das unter Spannung stehende Eisschelf destabilisieren, bei einem vollständigen Kollabieren stiege der Meeresspiegels nach Schätzungen der Experten um etwa zehn Zentimeter.

Ein Bild der NASA zeigt den tiefen Riss im Larsen-C-Schelfeis – Credit: NASA/John Sonntag

 

Eine Satellitenaufnahme aus dem März 2017  – © NASA

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