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Travel

Explorer | Afrika-Umrundung über 25.000 Kilometer im ausgebauten Truck

Steve Lorimer und Roxy Harvey bereisten den Kontinent über 19 Monate in einem ehemaligen LKW der britischen Army

Foto: Steve Lorimer/OverAfrica

Seine Vorstellung, einmal im Leben den Kontinent zu entdecken, auf dem er geboren wurde, hat Steve Lorimer mit einem ausgefallenen Trip in die Tat umgesetzt. Der Südafrikaner und seine Lebensgefährtin Roxy Harvey reisten über 19 Monate in einem ehemaligen Truck der britischen Army, den sie zuvor für ihre Zwecke umgebaut hatten, entlang der Küstenlinie Afrikas und legten dabei 25.000 Kilometer zurück.

Ambitionierte Ziele erfordern immer auch eine detaillierte Vorbereitung auf vielen Ebenen, die lange Zeit im Voraus beginnt. Während seines Jobs als Softwareingenieur in London legte Lorimer in erster Instanz über sechs Jahre konstant Geld zurück, um das nötige Reisebudget für die geplante Expedition mit dem Namen OverAfrica zusammenzusparen.

“Die finale Planungsphase hat mindestens eineinhalb Jahre in Anspruch genommen: ein geeignetes Fahrzeug kaufen und es dann passend ausbauen, Kurse über Erste Hilfe in der Wildnis belegen, Fahrtraining mit Allradantrieb, mechanische Grundkenntnisse aneignen und einen LKW-Führerschein machen. Außerdem mussten wir vor der Abfahrt intensive Routenplanungen sowie Informationen zu den Visabestimmungen und Warnungen vor Krankheiten für die jeweiligen Länder zusammenstellen, die wir passieren wollten”, schreibt Steve.

Die Route

Routenplanung vor der Reise | Grafik: Google Maps

Aufgewachsen in Südafrika während der Apartheid, wollte er immer Afrika als Ganzes besser verstehen lernen. Laut Plan sollte der Startpunkt nach dem Übersetzen mit der Fähre aus Spanien in Marokko liegen und die Reise entlang der Westküste beginnen, bis zum südlichen Zipfel Afrikas am Kap der Guten Hoffnung. Für die zweite Hälfte gen Norden peilte das Paar eine Route durch das Great Rift Valley in Zentral- und Ostafrika an, um am Ende des Abenteuers schließlich Ägypten zu erreichen.

Folgende Länder bereisten die beiden auf ihrer Tour: Mauretanien, Senegal, Gambia, Mali, Togo, Nigeria, Kamerun, Gabun, Kongo, Angola, Namibia, Südafrika, Mosambik, Simbabwe, Malawi, Tansania, Kenia, Ruanda, Uganda, Äthiopien, Sudan und Ägypten. Auf dem Weg nach Afrika und im Anschluss passierten sie noch Jordanien, Syrien, die Türkei, Griechenland, Italien und Spanien.

Bei der Überquerung des Äquators | Foto: Steve Lorimer/OverAfrica

 

Bereits der erste Streckenabschnitt stellte sie vor mehr Probleme, als sie anfangs erwartet hatten. Konfliktzonen mussten großräumig umfahren, Unstimmigkeiten wegen teils komplizierter Einreisebestimmungen gleich in mehreren Ländern bewältigt und bei immer wieder auftretendem Spritmangel und mechanischen Zwischenfällen am Fahrzeug kreative Lösungen gefunden werden.

Nach sechs Monaten ihres Abenteuers verlobten sie sich in Namibia, kurz bevor der Truck das Nachbarland Südafrika erreichte. Für die Route gen Norden veranschlagte das Paar daraufhin ein ganzes Jahr und erlebte unvergessliche Begegnungen wie bei verschiedenen Volksstämmen in Äthiopien.

 

Foto: Steve Lorimer
Zwischenstopp am Fuße einer gigantischen Sanddüne. Foto: Steve Lorimer/OverAfrica

Mit Geschichten über das Wildlife auf ihrer Tour könnten Lorimer und Harvey wahrscheinlich mehrere Vortragsabende füllen, aber besonders beeindruckt habe sie die Beobachtung von wilden Gorillas aus nächster Nähe in Ruanda, berichtet Lorimer.

Gorillas in Ruanda | Foto: Steve Lorimer/OverAfrica

Der 4×4 „Songololo“ Truck

Der umgebaute Truck mitten in der Wüste | Foto: Steve Lorimer/OverAfrica

Der größte Herausforderung vor der Reise sei die Wahl des richtigen Fahrzeugs gewesen. Bei einer Auktion mit Objekten aus alten Militärbeständen hatte das Paar den vier Tonnen schweren 4×4 Leyland DAF Truck erworben, um ihn anschließend innerhalb von mehreren Monaten iin einen robusten Camper umzubauen. Der Kauf erwies sich als wahrer Glücksgriff, denn der Vorbesitzer hatte bereits den Aufsatz für den LKW geschweißt, ein perfekter Rohling.

Sie planten und bauten ihren Camper mit einem Wohnraum inklusive Gasofen, Badezimmer und Küche mit angeschlossenem Frischwassertank sowie vielen weiteren durchdachten Details, um auf dem Trip äußerst zweckmäßig, aber möglichst komfortabel reisen zu können. Ihr rollendes Zuhause benannten sie nach einem afrikanischen Tausendfüßler aus der Sahara „Songololo“.

Nachtlager am Rand der Sahara. Foto: Steve Lorimer

Nach dem Trip

Heute sind beide verheiratet und blicken zurück auf ein einmaliges Erlebnis, das sie viele Dinge gelehrt hat: „Es war ein unglaubliches Abenteuer mit harten Episode und heiklen Situationen einerseits, aber genauso tief großartigen und unvergesslichen Erfahrungen bei der Entdeckung fremder Kulturen und Landstriche. Wir haben wunderbare Menschen getroffen und absolut beeindruckende Orte gesehen. Unseren Charakter positiv verändert haben besonders die komplizierten Momente, in denen wir improvisieren und unvorhersehbare Probleme lösen mussten. Genau das  hat unser Leben nachhaltig verändert“, schreibt Steve.

Nach ihrem Trip und dem Verkauf des Trucks in Afrika kehrten beide zurück und beschlossen nach Australien auszuwandern, um dort sesshaft zu werden und ihr Alltagsleben wieder aufzunehmen. Das mussten sie sich jedoch erst wieder neu aufbauen – ein neues Haus finden, auf Jobsuche gehen und die anstehende Hochzeit vorbereiten.

Doch es sollte schließlich doch anders kommen, als Steve und Roxy erwartet hatten: Dem Jobangebot einer Handelsfirma, künftig von den Cayman Islands zu arbeiten, konnten beide nicht widerstehen und so zogen sie in die Karibik. „Wenn dich jemand fragt, ob du nicht auf einer tropischen Insel arbeiten möchtest, kann es eigentlich nur eine Antwort geben“, beschreibt er den offensichtlich kurzen Entscheidungsprozess auf seiner Seite.

Auch Roxy fand vor Ort bei einer Beratungsfirma schnell eine neue Stelle. Wenn ein Kapitel endet, öffnen sich eben meistens auch neue Türen.

Detailliert dokumentiert haben Steve und Roxy die Tour auf ihrem Blog OverAfrica.

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