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Outdoor

Basics | Lerne die wichtigsten Techniken beim Canyoning

Wir erklären dir einige Basics, die dir beim nächsten Canyoning-Trip weiterhelfen

Von Lindsay Walsh

Bei einer Sportart, die gleich mehrere Disziplinen kombiniert, kommen Techniken aus vielen verschiedenen Bereichen zusammen, die man – zumindest in Grundzügen – beherrschen sollte, um den Canyoning-Trip sicherer zu gestalten. Canyoning vereint die Elemente Abseilen, Schwimmen, Klettern, Bouldern und Klippenspringen, sodass eine gute Fitness sowie ein Grundwissen zu Abseil- und  Klettertechniken Voraussetzung sind.

Chimneying

Chimneying – Foto: Flickr.com

Chimneying ist eine wichtige Klettertechnik, die dir hilft, dich in engen Räumen zu bewegen.

Für das Chimneying verteilst du dein Körpergewicht auf zwei gegenüberliegende Felswände. Damit kannst du deinen Abstieg in einer steilen und engen Sektion kontrollieren oder Zeit sparen, indem du schwierige Hindernisse oder enge Stellen umgehst.

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Wenn ein größer Abstieg vor dir liegt und du dich auch abseilen kannst, sollte Chimneying nicht in Frage kommen, außer du bist ein extrem erfahrener Canyoner, der die Gegebenheiten der Schlucht sehr gut kennt.

Für diese Technik kannst du deinen Rücken gegen die eine Felswand der Schlucht und die Füße gleichzeitig gegen die andere Felswand drücken. Die Distanz zwischen den beiden Wänden sollte dabei komfortabel sein, also nicht zu eng, nicht zu weit. Ist dies nicht der Fall, solltest du dir überlegen, dich besser abzuseilen.

Stemming – Foto: wikipedia.org

Mit ausgewogenem Druck auf Füßen und Rücken solltest du dich jetzt entweder seitwärts, abwärts oder aufwärts bewegen können. Mit deinen Händen sorgst du für zusätzlichen Grip, indem du sie währenddessen noch an die Wand presst.

Achte dabei immer auf kleine Bewegungen und halte den Druck in deinen Füßen aufrecht, sodass du nicht abrutschst.

Wenn du das Chimneying beherrscht, wirst du auch Stemming oder Bridging ausprobieren wollen. Beim Stemming positionierst du einen Fuß und eine Hand jeweils an einer Felswand, baust Druck auf und kommst so langsam weiter.

Diese Canyoningtechnik ist kräftezehrender als Chimneying, sodass du das Bridging vorher schon beherrschen solltest. Bridging ist dem Chimneying ähnlich, doch dabei positionierst du deine Hände an der einen Seite der Schlucht, die Füße an der anderen Seite. Diese Technik ist aber ebenso sehr anstrengend, vor allem für deinen Oberkörper, also versuche die Technik nur für kurze Abschnitte einzusetzen.

Bridging – Foto: photoshelter.com

Abseilen

Abseiling – Foto: wikipedia.org

Abseilen (engl. Abseiling) ist eine Schlüsseltechnik des Canyonings. Auch wenn von vielen großen Klippen auch gesprungen werden kann, gibt es ebenfalls einige, wo ein Sprung nicht möglich oder zu gefährlich ist. Für genau diese Situationen ist es wichtig, die Grundzüge des Abseilens zu kennen.

Die Basics sind einfach zu lernen und erfordern nur ein bisschen Training und Mut, um dann loszulegen. Es ist eine Technik, die du zuvor ein bisschen üben musst, an einer Kletterwand zum Beispiel.

Foto: Flickr.com

Bevor du mit dem Abseilen beginnst, solltest du checken, ob der Karabiner zum Abseilen fest geschlossen ist, ob das Seil richtig durch das Sicherungsgerät läuft und ob der Gurt richtig sitzt. Wenn das alles passt, begibst du dich zur Felskante und bleibst dich mit dem Rücken zum Abgrund stehen.

Nun solltest du dich langsam nach hinten legen, die Hände am Seil. Lasse soviel Seil durch dein Sicherungsgerät, dass deine Füße im 90°-Winkel zur Felswand sind. Fokussiere deinen Landepunkt und lasse langsam und konstant Seil durch das Gerät, um dem Boden Stück für Stück näher zu kommen.

Es kann häufig auch vorkommen, dass die Felswand, von der du dich abseilst, einen Überhang aufweist. Ist das der Fall, solltest du dich so weit abseilen, bis deine Füße nicht mehr die Felswand berühren und dann kurz warten, bis du nicht mehr am Seil schwingst. Seile dich dann weiter vorsichtig ab und genieße den Blick.

Rope Rigging

An vielen Canyoningspots findet man solche Karabiner. Bevor man sie verwendet, sollte man checken, ob sie wirklich fest sind. – Foto: Wikipedia.org

Rope Rigging zählt ebenfalls zu den wichtigen Techniken. Bei jeder Canyoningtour muss mindestens eine Person dabei sein, die das richtige Equipment und die nötige Erfahrung hat, um alle anderen der Gruppe abseilen zu können und ihre Ausrüstung zu kontrollieren.

Einen Karabiner zum Abseilen zu setzen, ist definitiv eine Fähigkeit, die viel Erfahrung erfordert, bevor man in die Natur loszieht. Das Leben der Leute hängt schließlich von dem Karabiner ab. Viele Canyoningtouren verfügen bereits über im Stein fixierte Fixierungen, die man zum Abseilen verwenden kann.

Gehe aber nicht automatisch davon aus, dass diese sicher sind. Checke, ob sie richtig fixiert ist sind untersuche den umliegenden Stein auf Instabilität. Im Idealfall machst du mit dem Bohrhaken erst einen Belastungstest, bevor du ihn verwendest. Es gibt aber auch viele Touren ohne solche Sicherungspunkte. In diesen Fällen musst du dir deinen eigenen selbst schaffen; das kann beispielsweise ein Baumstumpf sein oder du hast Tools dabei, die du zwischen Felsen klemmen kannst (Klemmkeile) und so einen Sicherheitspunkt schaffen kannst.

Nachdem du einen Punkt gesetzt hast, steht das Seil im Zentrum der Aufmerksamkeit. Wenn man sich im Trockenen abseilt, schmeißt man einfach das Seil die Klippe herunter und lässt das übrige Seil auf dem Boden liegen. Beim Canyoning ist das ein bisschen anders, da es dabei vielleicht im Wasser landet.

Es gilt zu vermeiden, dass sich der Abgeseilte erst im Wasser vom Seil losknoten muss. Speziell im reißenden Weißwasser kann dies schnell sehr gefährlich werden. Aus diesem Grund wird man nicht ganz abgeseilt, sondern nur bis knapp über die Wasseroberfläche.

Wenn deine Abseilkonstruktion startbereit ist, legt man sinnvollerweise einen Prussik-Knoten für die Abseiler an. Dieser Knoten dient als Backup. Falls während des Abseilens irgendetwas schief geht, zieht sich der Knoten zusammen und man hat noch eine Lebensrettung.

Klippenspringen

Sicher springen zu können, ist eine wichtige Canyoningtechnik – Foto: flickr.com

Neben dem Abseilen ist das sichere Springen eine der wichtigsten Techniken des Canyonings. Wie du springst, hängt von der Tiefe des Wassers ab, indem du landest. Wenn du nicht weißt, wie tief das Wasser ist, solltest du niemals springen.

Bei jedem Sprung gilt, dass zuerst geschaut werden muss, ob die Landung frei ist. Im Idealfall sucht einer aus der Crew mit einer Taucherbrille die Landung des Sprungs nach unterirdischen Gefahren ab.

Beim Absprung ist auf lose Steine, Erde oder auch Risse im Felsen zu achten. Überprüfe im Anschluss die Absprungkante, die stets aus befestigtem Untergrund bestehen sollte.

Auch wenn das Wasser tief genug ist, sollte immer jemand da sein, der die Landung checkt. – Foto: pixabay.com

Bei Landungen im Wasser, das tief genug ist, achte darauf, dass dein Körper möglichst gerade und mit geschlossenen Füßen auf der Wasseroberfläche auftrifft. Auch die Arme sollten angelegt sein, um mögliche Verletzungen zu vermeiden. Eine ausgekugelte Schulter passiert bei falscher Technik häufiger, als man vermuten würde.

Bei kleineren Sprüngen in seichteres Wasser taucht man möglichst flach ins Wasser ein. Flach eintauchen bedeutet, dass du etwa im 45°-Winkel ins Wasser eintauchst, sodass du nicht so tief sinkst.

Die Idee dahinter ist, den Aufprall auf eine größere Oberfläche zu verteilen, damit man eben nicht so weit eintaucht. Die Ausrüstung wie Neoprenanzug und Schwimmweste sollte einen Großteil des Aufpralls absorbieren.

Fortbewegung im Wasser

Um sicher durch das Wasser zu kommen, muss man sich langsam fortbewegen. – Foto: iStockPhoto.com

Wenn du als Canyoner unterwegs bist, wirst du wahrscheinlich an irgendeinem Punkt mit Wasser in Berührung kommen. Nicht für alle Canyoningtouren muss man zwingend schwimmen können, doch die intensiveren Erlebnisse kommen nicht ohne aus.

Genauso wichtig ist auch das Wissen, wie man sich im Weißwasser fortbewegt. Viele Weißwassersektionen werden dir schnelle Manöver abverlangen.

Wenn du die Kontrolle verlierst, solltest du keine Panik bekommen und nicht versuchen aufzustehen. Begebe dich ruhig in die Schwimmposition, wie sie auch beim Rafting eingesetzt wird.

Lege dich auf den Rücken mit den Füßen voraus. Verwende deine Arme um zu lenken. Hebe Rücken und Gesäß an, um Zusammenstöße mit Steinen oder Ähnlichem zu vermeiden. In dieser Position wirken dein Füße als Stoßdämpfer, denn falls du einem großen Stein nicht ausweichen kannst, drückst du dich mit den Füßen davon ab.

Hebe dir deine Energie auf, bis du an einer ruhigeren Stelle angekommen bist und schwimme erst dann mit voller Kraft aus dem Strom. Wenn das Wasser seicht genug ist, dass du mit den Händen den Boden berühren kannst, ist der richtige Zeitpunkt gekommen.

Rutschen

Rutschen ist eine Technik, die Spaß macht und den meisten im Blut liegt. – Foto: flickr.com

Es sieht vielleicht so aus, als ob Kinder spielen würden, doch auch zum Rutschen gehört eine gewisse Technik, die sitzen sollte.

Wenn du die Landung der Rutsche kontrolliert hast, geht es los. Die Rutschposition im Sitzen ermöglicht es dir, deine Landung zu fixieren und du kannst dich mit einen Händen stabilisieren.

Begebe dich in die Horizontale für längere Rutschen – Foto: s.camptocamp.org

Für längere Rutschen legt man sich normalerweise flach auf den Rücken, wie man es auch von den extremen Rutschen in Wasserparks gewohnt ist. Da du mehr Speed aufnehmen wirst, achte darauf, dass du mit deinen Armen nirgendwo hängenbleibst. Natürlich bewegst du dich mit den Füßen zuerst voran, um mögliche Stöße zu absorbieren.

Du kannst auch deine Füße überkreuzen, um peinliche Verletzungen zu vermeiden. Für zu lange Abschnitte, die nach eigener Einschätzung zu schnell werden könnten, steigt man mit einem Seil ein Stück ab und steigt von dort erst ein.

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