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Climbing Basics | Die Schwierigkeitsgrade beim Klettern

Was bedeuten die Schwierigkeitsgrade und welche Unterschiede gibt es in verschiedenen Ländern?

Von Lindsay Walsh

Die Schwierigkeitsskala im Klettern kann verwirrend sein. Beispielsweise kommt es in Großbritannien auf die Region an, in der du kletterst. Dort wirst du zum Beispiel von 4a über E9 bis zu HVS einige Unterschiede feststellen. Dann gibt es da auch noch die australische, amerikanische und unsere europäischen Schwierigkeitsskala mit einem jeweils anderen System.

Die Schwierigkeitsgrade stellen einen wichtigen Teil des Klettersports dar. Wenn du weißt, welche Schwierigkeitsstufen du meistern kannst, hilft dir das, deinen Fortschritt zu sehen und gibt dir eine realistische Einschätzung, welche Kletterrouten du auswählen solltest, wenn du an deine Limits gehen willst.

Außerdem kommt die Schwierigkeitsskala zum Einsatz, wenn du an einem unbekannten Spot kletterst. Sie gibt dir einen Plan darüber, welche Routen du ausprobieren kannst und von welchen du lieber noch die Finger lässt. Wenn man eine Route erstmals klettert, fällt sie dem Kletterer normalerweise schwerer als bekannte Routen.

Die Schwierigkeitsskala hilft dir  dabei, eine passende Route auszuwählen, die dich herausfordert, aber nicht überfordert.

Es ist wichtig zu wissen, dass ein Schwierigkeitsgrad mehrere Aspekte über eine Route aussagt, wie beispielsweise die Kraft und Ausdauer, die für die Route benötigt wird und wie technisch anspruchsvoll die Begehung ist.

Jede Schwierigkeitsskala wertet diese Aspekte unterschiedlich, was bedeutet, dass man die Systeme nicht immer direkt vergleichen kann und es nur selten vorkommt, dass zwei Routen in unterschiedlichen Skalen exakt gleich sind.

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Die Schwierigkeitsstufen der Routen können auch von Ort zu Ort schwanken, was bedeutet, dass du zum Beispiel in der Kletterhalle in London eine 5b locker schaffst, aber in der Halle in Edinburgh durchaus Probleme damit hast. Es ist auch wichtig, dass du beachtest, dass die Schwierigkeit der Route von dem festgelegt wird, der sie schraubt bzw. zuerst klettert und wird dann von erfahrenen Kletterern eventuell angepasst, sodass die Bwewertung einer Route sehr subjektiv ausfallen kann.

Insbesondere für Beginner gibt die Skala wichtige Orientierungshilfe, welche Routen für sie geeignet sind oder völlig außer Reichweite liegen. Egal wie gut du bist, es ist immer ratsam, ausreichend Wissen über die verschiedenen Schwierigkeitsskalen mitzubringen.

Französisch

Die französische Schwierigkeitsskala wird in europäischen Ländern am häufigsten verwendet. Das gilt, wenn die Route bereits über Sicherungskarabiner verfügt. Du findest diese Skala auch auf dem Großteil der internationalen Events außerhalb der USA.

Die französische Skala ist numerisch, startet mit der 1 und jede Zahl ist nochmal mit Buchstaben unterteilt, also gibt es beispielsweise eine 4a, 4b, 4c, 5a, 5b. Manchmal wird nach dem Buchstaben noch ein “+” hinzugefügt, das bedeutet, dass die Route ein bisschen schwieriger ist als eine volle Stufe, aber es reicht noch nicht zur nächst höheren Schwierigkeitsstufe, zum Beispiel: 5b+.

“Die Schwierigkeit wird an dem Gesamteindruck der Route festgelegt – du kannst also kurze Routen und lange, einfachere Routen mit dem gleichen Schwierigkeitsgrad haben”

Die Höhe der Schwierigkeit wird durch den Gesamteindruck der Route festgelegt – du kannst also auch kurze, schwierigere Routen und lange, einfachere Routen mit dem gleichen Schwierigkeitsgrad finden.

Wenn du gerade erst anfängst, solltest du nach Routen im 3. oder 4. Grad Ausschau halten, für den fortgeschrittenen Kletterer kommen dann 5er, 6er und 7er in Frage.

Das System hat offiziell nach oben hin keine Grenze, aber die weltbesten Kletterer meistern Routen im Grad 9b+.

UK

Auf die UK-Schwierigkeitsskala trifft man, wenn man für die Route seine eigenen Karabiner verwendet.

Sie wird durch eine Kombination aus den Eigenschaften und dem technischen Anspruch der Route festgelegt.

Der “Adjectival Grade” beschreibt die Route im Allgemeinen, wieviel Kraftausdauer benötigt wird und wie anspruchsvoll es ist, eine Sicherungsvorrichtung zu platzieren. Die Skala startet bei “moderat” (1 oder 2 im frz. System) und führt über “schwer” (2 bis 3+) zu “hart” (3+ bis 5c) und endet bei “extrem hart” (5c bis 9b+).

Dem “Adjectival Grade” wird jeweils ein technischer Grad zugeordnet. Dieser beschreibt den schwierigsten Zug oder die schwierigste Sektion einer Route. Diese technische Schwierigkeitsskala beginnt bei 3c (frz. 4a) und endet bei 7b (frz. 9a+).

Die technische Schwierigkeit wird zusätzlich mit “riskant” oder “sicher” beschrieben. Sichere Routen bieten mehrere Stellen, um Sicherungen anzubringen, während riskante Routen weniger Möglichkeiten eröffnen und man somit tiefer fallen kann.

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Es ist demnach möglich, einen hohen “Adjectival Grade” und eine geringere technische Schwierigkeit zu kombinieren. Das bedeutet, dass die Route nicht so technisch außergewöhnlich schwer ist, dafür trotzdem riskante Stellen aufweist.

Es gibt einige Überschneidungen innerhalb der UK-Schwierigkeitsskala, sodass du manchmal von dem Grad einer Route überrascht sein kannst. Für viele ist dieses System mit all den Feinheiten das flexibelste der Welt.

Yosemite Dezimal System 

Das amerikanische Yosemite Dezimal System wurde in den 1930er Jahren erfunden, um die Routen im Gebirge der Sierra Nevada zu bewerten.

Seitdem wurden ein paar Routen durch modernes Kletterequipment einfacher – diese Schwierigkeitsskala wird auch nach oben hin offen gelassen, um schwierige Route einordnen zu können.

Das YDS ist eine Schwierigkeitsskala, die zur Zeit bei 1 beginnt und bei 5.15b endet. Die Nummer bezieht sich auf die technische Schwierigkeit der schwierigsten Sektion der Route. Danach kommt – wie in der französischen Skala – ein Buchstabe, um den Schwierigkeitsgrad nochmals genauer zu unterteilen. Die richtigen Routen beginnen erst jenseits der 5; eine Schwierigkeit von 5.2 im YDS entspricht einer 1 im französischen System, eine 5.15b der französischen 9b.

Das YDS bietet außerdem noch einige Zusätze. So geben römische Zahlen zwischen I und VI die Längen der Route an, von kurzen Kletterrouten bis zu mehrtägigen Kletterexpeditionen.

Dort kannst du auch auf Großbuchstaben im Rating treffen (z.B. A5). Dieses A gibt an, dass für diese Route zusätzliches, spezielles Equipment benötigt wird. Auch werden Zeichen verwendet, die auf den “Protection Grade” hinweisen. Die Buchstaben G und PG stehen für good und pretty good. X bedeutet, dass diese Route für alle zugänglich ist.

Europäisches System

Um die Gesamtübersicht noch komplizierter zu gestalten, findest du außerhalb von Frankreich und Großbritannien eine weitere Skala.

Die Internationale Union der Alpinismusvereinigungen, oder auch Union Internationale des Associations d’Alpinisme, legte eine Skala fest, die auf dem Rest des Kontinents genutzt wird.

Das UIAA-System verwendet römische Zahlen (IV, V, VI) und ein “+” oder “-“, um die Schwierigkeit einer Route anzugeben. Diese UIAA-Schwierigkeitsskala wird unter anderem bei uns in Deutschland und im Großteil von Osteuropa verwendet und hauptsächlich bei Sportkletterrouten angewandt.

“Um die Gesamtübersicht noch komplizierter zu gestalten, findest du oft eine andere Schwierigkeitsskala im Rest von Europa.”

Das UIAA-System ist dem französischen ziemlich ähnlich. Es beginnt bei I (1) und endet bei XII (12), was dem französischen 9a oder 9b entspricht.

Ein Tipp für Kletteranfänger – für Beginner sind die Routen von III (3) bis V (5) sehr gut geeignet. Fortgeschrittene werden sich wohl bis zu einer Schwierigkeit von VIII (8) wohlfühlen.

Ewbank Schwierigkeitsskala

Australische Kletterer mögen auf eines der einfachsten Systeme der Welt zurückgreifen.

Das Ewbank System erstreckt sich von 1 bis 35 und jede Nummer beschreibt den gewissen Schwierigkeitsgrad der Route. Faktoren, die dieses Rating beeinflussen, sind die Länge der Route, die technische Schwierigkeit, die Beschaffenheit des Felsen etc..

Die Schwierigkeitsskala wurde in den 1960er Jahren von John Ewbank aus dem englischen Yorkshire erfunden, der nach Australien auswanderte. Dieses System wird auch in Neuseeland und auch in einer leicht abgewandelten Form in Südafrika verwendet. Eine 11 auf der Ewbank Skala entspricht ungefähr einer 2 auf der französischen Skala und die hohe 35 wäre vergleichbar mit einer französischen 9a.

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