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Outdoor

Climbing Basics | Was man als Anfänger beim Bouldern wissen muss

Pro Yann Genoux aus dem Team SCARPA erklärt die Grundlagen

Wenn du trotz Höhenangst klettern möchtest oder deine technischen Fähigkeiten verbessern willst, könnte Bouldern genau das Richtige für dich sein. Beim Bouldern kletterst du dabei in einer Halle oder in der Natur in Absprunghöhe ohne Seil. Die oftmals mit verschiedenen Farben gekennzeichneten Schwierigkeitsgrade der Routen geben dir dabei den Weg vor.

Stopp mal kurz, ohne Seil klettern? Keine Sorge, die Kletterwände bei dieser Disziplin sind nicht hoch, da es beim Bouldern viel mehr um das Können und technische Bewegungen als um die Bewältigung der Höhe geht. Der Boden ist zudem mit dicken Matten gepolstert, um Stürze abzufedern.

Bouldern wird immer beliebter, insbesondere bei Anfängern im Klettersport. Es gab in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom von neuen Boulderhallen und in fast allen Kletterhallen findet man auch einen Boulderbereich; es ist also unglaublich einfach, dein Niveau beim Klettern dort in einer sicheren Umgebung schnell zu verbessern.

Wenn du in den Boulderhallen fit bist, kannst du dein Können auch an Felsen in berühmten Gebieten unter Beweis stellen – wie etwa im französischen Mekka für Boulderer, Fontainebleau.

Es ist ein großartiges Training und du brauchst fürs Bouldern nicht viel Equipment außer Kletterschuhen und deiner eigenen Matte, falls du draußen klettern willst. Wir haben mit einem französischen Pro in London gesprochen, um alle allgemeinen Infos zusammenzufassen.

Was trage ich beim Bouldern?

Als Beginner sollte am Anfang eine Session in einer Kletter- bzw. Boulderhalle in deiner Nähe sinnvoll sein. Es reicht, wenn du Shorts (Frauen bevorzugen wahrscheinlich Leggings) und ein Shirt mitbringst. Es wird keine spezielle Kletterausrüstung wie beim Routenklettern benötigt.

“Du brauchst nicht viele Sachen, um mit dem Bouldern zu starten, das ist einer der großen Vorteile daran”, sagt Pro Yann Genoux aus dem Team von Scarpa.

Climbing Basics | Worauf man beim Kauf von Kletterschuhen achten sollte

 

“Das wichtigste Teil deiner Ausrüstung ist ein gutes Paar Kletterschuhe, welche du vor Ort ausleihen kannst. Beim Bouldern kommt es auf präzise Antritte mit den Füßen an, deshalb machen dir vernünftige Kletterschuhe das Leben um einiges einfacher und vermindern das Risiko, in der Wand abzurutschen.”

“Das wichtigste Teil deiner Ausrüstung ist ein vernünftiges Paar Kletterschuhe”

Unverzichtbar ist ein bisschen Magnesia (Chalk), wovon allerdings stets sehr sparsam Gebrauch gemacht werden sollte. Chalk sorgt für mehr Halt – denn das Letzte was du bei einem sogenannten Boulderproblem (Route) brauchst, sind schwitzige Hände. Der Begriff wird verwendet, da im Allgemeinen schwerere Schlüsselstellen von langen Routen beim Bouldern komprimiert simuliert werden sollen.

Wie fange ich mit dem Bouldern an?

“Der beste Weg, um mit dem Bouldern zu starten und langsam damit vertraut zu werden? Einfach ausprobieren!”, erklärt Yann: “Viele Leute haben bei ihren ersten Bouldererfahrungen keinen Trainer an ihrer Seite und klettern anfangs einfach nach Gefühl locker nach oben und unten.”

Doch der richtige Spaß mit technischen Feinheiten und echten Herausforderungen wartet erst mit den etwas anspruchsvolleren Routen, die dich ans Limit bringen werden. “Die Griffe in den verschiedenen Farben kennzeichnen die unterschiedlich schweren Probleme.” Die Idee in Hallen ist es, den letzten Klettergriff einer Route mit beiden Händen zu erreichen, indem man unterwegs nur die Griffe einer Farbe der zugehörigen Kategorie verwendet.

Was sind die Vorteile des Boulderns?

Das Risiko sorgt für eine lohnende Erfahrung mit deutlich mehr Endorphinausschüttung als beim Stemmen von Gewichten im Fitnessstudio

 

“Bouldern ist von Außenstehenden ein unterschätztes, sehr intensives Krafttraining”, erklärt Yann: “Bei einer langen Klettersession kannst du an deiner Ausdauer arbeiten, bei kurzen wird die maximale Power trainiert. Du wirst schnell merken, dass es ein extremes Workout für den ganzen Körper ist, weil Arme, Beine und der Rumpf beansprucht werden.”

“Es kann auch ein gutes Training für den Kopf sein. Du musst dich während des Kletterns konzentrieren und herausfinden, wie Lösungen für Routen am besten funktionieren könnten – problemlösende Denken wird automatisch gefördert. Das Risiko sorgt für eine lohnende Erfahrung mit deutlich mehr Endorphinausschüttung als beim Stemmen von Gewichten im Fitnessstudio.”

Im Folgenden gibt Yann noch ein paar Hinweise:

Bouldern: 5 wichtige Tipps für Beginner

1) Dehne dich, um Verletzungen zu vermeiden

“Nimm dir ein bisschen Zeit und dehne dich vor und nach dem Klettern. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Krampf während des Kletterns zu erleiden und eine größere Flexibilität erhöht Möglichkeiten und Reichweite in der Wand.”

2) Technik ist das A und O

“Wenn du zu viel aus deinen Armen kletterst, wirst du schnell müde. Binde also so oft wie möglich deine Beine entlastend ein und benutze nur die Kraft der Arme, wenn nötig.”

3) Gehe methodisch vor

“Wähle den richtigen Schwierigkeitsgrad anhand der Routenfarbe. Dann überlege dir vorher, wie du die Route angehst, um möglichst ohne großen Kraftverlust ans Ziel zu gelangen. Unüberlegtes Handeln führt oftmals in Sackgassen beim Aufstieg.”

4) Mit dem eigenen Körpergewicht trainieren

“Wenn du an der Kletterwand bist, geht es geht nicht darum, wieviel Gewichte du stemmen kannst. Wenn du deine Boulderskills im Fitnessstudio verbessern möchtest, solltest du Übungen mit deinem eigenen Körpergewicht machen. Pull-Ups, Trizeps-Dips etc.”

5) Trinke genug

“Klettern macht durstig; achte darauf, dass du immer genügend trinkst, damit du während des Kletterns nicht dehydrierst. Ich habe das gesehen und es ist nicht schön.”

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