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Outdoor

Climbing Basics | Worauf man beim Kauf von Kletterschuhen achten sollte

Wir bringen für die Wahl des richtigen Schuhwerks etwas Licht ins Dunkel

Beim Sportklettern spielt die Wahl der richtigen Kletterschuhe als entscheidender Teil der Ausrüstung eine wichtige Rolle. Ein gutes Paar Kletterschuhe kann sowohl bei Anfängern als auch bei Fortgeschrittenen zu einer sofortigen Verbesserung des Erlebnisses führen, da man beispielsweise vom besseren Grip profitiert oder in kleinen Spalten für die Füße plötzlich durch die bessere Form des Schuhs Halt findet.

Wenn es nun an die Auswahl geht, sollten zwei Aspekte besonders beachtet werden: welche Art des Kletterns du anstrebst und wie lange du schon dabei bist. Kletterschuhe werden in den verschiedensten Materialien, Formen und Größen angeboten – deshalb ist es ratsam, schon vor dem Kauf zu wissen, was man eigentlich braucht.

Das passende Schuhwerk kann beim Klettern sogar darüber entscheiden, ob es ein guter oder ein schlechter Tag in der Wand wird. Also lege stets Wert darauf, dass du die richtigen Paar Kletterschuhe für deinen Spot dabei hast.

Kletterschuhe sind ein essentieller Teil der Ausrüstung | Foto: iStock

Kletterschuhe – Features

 

Kletterschuhe unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller oft nicht unerheblich, aber weisen in der Regel die gleichen Merkmale auf. Hier ist alles, was du wissen musst:

Heel Loop: Schlaufen an der „Hacke“ des Fußes, um besser in die engen Kletterschuhe zu kommen.

Upper: Das ist der weiche, obere Teil des Schuhs, häufig aus synthetischen Stoffen.

Rubber: Das Gummi (Rubber) erstreckt sich zwischen Upper und Sohle und bietet erhöhten Grip, während man Halt sucht.

Slingshot: Der Rubber entlang der Ferse

Toe Box: Hier finden im Schuh deine Zehen Platz. Diese „Box“ gibt es in den verschiedensten Formen und entweder in symmetrischer oder asymmetrischer Form.

Fußbett: Das „Innenleben“ des Schuhs, worauf dein Fuß gebettet ist.

Mittlere Sohle: Die mittlere Sohle findet man zwischen dem Fußbett und der Sohle. Sie unterstützt die Form zusätzlich.

Präzision von Stefan Glowacz beim Antreten | Foto: Red Chili

Stilrichtungen bei Kletterschuhen

 

Der Stil von Kletterschuhen lässt in der Regel einen Rückschluss auf die Art des Kletterns zu. Es beginnt schon mit der Beweglichkeit und Form der Sohle.

Sehr flexible Mittelsohlen sorgen generell für mehr Grip, besonders bei eher unebener Trittfläche, an die sich die Form der sehr weichen Sohle anpasst, um so viel Grip wie möglich zu erzeugen. Sie erlauben dir auch, dich etwas freier zu bewegen. Steifere Sohlen lassen dich zwar weniger den Untergrund fühlen, bieten aber dafür mehr Stabilität bei flachen, stabilen Oberflächen. Sie helfen dir auch, auf sehr kleinen Leisten und Vorsprüngen noch relativ stabil stehen zu können.

Eine flache Sohle zeigt sich meistens bei traditionelle Modelle, wohingegen viele moderne Kletterschuhe eine Sohle in Bananenform mit mehr Vorspannung aufweisen. Dabei zeigen die Zehen nach unten (Downturn), während der Spann des Fußes die höchste Stelle bildet.

Qual der Wahl | Foto: iStock

Die traditionelle Ausführung ist in der Regel bequemer und somit geeigneter für längere Klettertouren. Schuhe mit Downturn hingegen erfordern zwar eine gewisse Zeit, bis der Fuß sich an sie gewöhnt hat, aber danach überzeugen sie mit besserem Halt – vor allem im Überhang.

Sierra Blaire-Coyle schwört zwischen den Sessions auf bequeme Schuhe | Foto: Sanük

Kletterschuhe werden natürlich auch in kleineren Ausführungen für Frauen produziert mit einem etwas flacheren Profil als die entsprechenden Varianten für Männer. Dies hat in der Vergangenheit in Zeiten limitierter Auswahl und Alternativen bereits dazu geführt, dass sich Kletterer, die schwere Routen mit vielen kleinen Rissen angehen wollen, sogar zu Frauenmodellen gegriffen haben.

Der nächste Punkt auf der Checkliste ist der Verschluss des Schuhs.

Hierbei erfreuen sich Schnürschuhe noch immer großer Beliebtheit. Sie garantieren eine optimale Passform am gesamten Fuß sowie einen festen Halt.

 

Kletterschuhe mit Velcro-Straps | iStock.com

Klettverschlüsse (Velcro) ermöglichen schnelles An- und Ausziehen und zeigen deshalb in puncto Komfort Vorteile. Sie können es oft zwar nicht mit der hervorragenden Passform ihre Pendants zum Schnüren aufnehmen, aber mittlerweile hat die kontinuierliche Weiterentwicklung der Velcro-Modelle die ehemaligen Defizite weitgehend behoben.

Dann gibt es noch die Version komplett ohne Verschluss, die einfach aufgrund ihrer Elastizität wie eine zweite Haut am Fuß haftet. Die stets sehr weichen Slipper bieten wenig Stabilität für die Füße, mit den flexibelsten Sohlen sind sie somit eher für die erfahrenen Kletterer und vor allem Boulderer gedacht.

Kletterschuh-Materialien

 

Das Obermaterial von Kletterschuh besteht in der Regel aus Leder oder aus synthetischen Stoffen.

Leder ist robust und trägt sich gut ein. Minuspunkt ist das natürliche Ausweiten von bis zu einer ganzen Größe während der Lebensspanne des Schuhs. Achte darauf, keine Kletterschuhe mit leuchtenden Farben zu kaufen. Diese sind meist mit Farbstoffen bearbeitet worden, die nach dem Klettern die Zehen merkwürdig verfärben können.

Synthetische Materialien weiten sich kaum, und wenn, dann nur etwa um eine Viertel-Größe. Das bedeutet jedoch auch, dass sie bei Druckstellen weniger nachgeben als ihre Kollegen aus Leder. Sie bieten dagegen mit Blick auf Atmungsaktivität Vorteile und der nicht ganz so schlimme Geruch der Füße nach intensiver Nutzung bei fehlender Pflege der Kletterschuhe sollte hier mindestens Erwähnung finden.

Chris Sharma klettert in einem Modell von Evolv | Foto: Reel Rock

Der Rubber unterscheidet sich in Sachen Qualität deutlich bei der Fülle an Kletterschuhen auf dem Markt. Weiches Gummi bedeutet besseren Grip, wohingegen härtere Mischungen den Fuß mehr unterstützen und dir somit ermöglichen, mehr und präziser Kraft einzusetzen.

Wahl der richtigen Größe bei Kletterschuhen

 

Wenn du dir das erste Mal Kletterschuhe kaufen willst, solltest du sie besser direkt in einem Shop kaufen und zuvor anprobieren. Kletterschuhgrößen sind nicht mit Standardgrößen gleichzusetzen und unterscheiden sich bei verschiedenen Modellen, selbst bei gleicher Größe eines Herstellers. Zusätzliche Punkte, die für einen Besuch im Shop deines Vertrauens sprechen, sind die Möglichkeiten, eine Vielzahl an Schuhen auszuprobieren und die Beratung des in speziellen Kletterläden oft sehr fachkundigen Personals hinzuzuziehen.

Egal wie du klettern möchtest, dein erster Schuh sollte fest sitzen, ohne große Schmerzen oder unangenehmen Druck zu erzeugen. Gut sitzende Schuhe lassen während Bewegung keine großen Lücken für den Fuß zu. Der Kletterschuh sollte auch glatt anliegen, da sonst einige Stellen bei Belastung reiben und somit für Unannehmlichkeiten sorgen können.

Dein Schuhwerk unterstützt dich im Idealfall, ohne dass es dich in irgendeiner Weise einschränkt.

Qual der Wahl | Foto: LaSportiva

Viele Fortgeschrittene kaufen sich Kletterschuhe häufig mindestens eine ganze Nummer kleiner, damit die Zehen zu einer festen Einheit werden und somit beim Klettern für mehr Stabilität sorgen. Bei schweren Routen können solche Feinheiten sogar über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Das mag zwar ungemütlich klingen, doch man es sich als Beginner für später aufheben. Viele Fortgeschrittene klettern jedoch auch mit relativ flachen Zehen und haben bis zu einem gewissen Schwierigkeitsgrad keine Probleme.

Kletterstil

 

Du kannst im Prinzip mit jedem Schuh überall klettern, doch manche eignen sich einfach besser für bestimmte Gegebenheiten.

Allrounder: Für Allrounder bleiben traditionelle Kletterschuhe mit flacher Sohle die erste Wahl. Die Möglichkeit, seinen Fuß auf die verschiedenste Umstände anpassen zu können, ist hier ausschlaggebend. Noch dazu kommt ihr Vorteil im Bereich Komfort.

Kletterschuhe mit starker Vorspannung erleichtern Heel Hooks  | Foto: iStock.com

Bouldern: Für Kraft und Präzision beim Bouldern eignen sich am besten gewölbte Schuhe mit mehr Vorspannung. Achte besonders auf große und stabile Rands, da du diese für zusätzlichen Halt brauchen wirst. Klettverschluss wie auch Schnürschuhe sind gleichauf.

Rissklettern: Für das Klettern mit kleinen Rissen werden traditionelle Schuhe mit eher flachem Profil empfohlen. Eine flexible mittlere Sohle wird ebenfalls angeraten – diese Kombination macht es dir möglich, in kleinen Rissen Halt zu finden und Kraft zu generieren. Schnürschuhe, Velcro-Modelle und Slipper ohne Verschluss eignen sich jeweils dafür.

 

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