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Climbing

David Göttler und Hervé Barmasse wollen unbestiegene Route am Shishapangma erklimmen

"Hochqualitative und neue Routen auf 8.000er Gipfel sind heute sehr selten geworden der Traum eines jeden Alpinisten“

Hervé Barmasse und David Göttler am Shishapangma – Foto: The North Face

David Göttler aus München und der Italiener Hervé Barmasse sind im Basecamp des 8.026 Meter hohen Shishapangma angekommen. Im Mai wollen die Top-Alpinisten den vierzehnthöchsten Gipfel der Welt über eine bisher unbestiegene Route im alpinen Stil erklimmen. Dabei verzichtet das Duo gänzlich auf die Unterstützung von Sherpas sowie zusätzlichen Sauerstoff.

Bis zu seiner Erstbesteigung im Jahre 1964 war der Shishanpangma der weltweit letzte unberührte 8.000er Gipfel. Für die anstehende Herausforderung haben sich David Göttler und Hervé Barmasse über mehrere Monate vorbereitet. Sie kombinierten Eis- und alpines Klettern mit Trailrunning und Workouts im Fitnessstudio.

Um sowohl physisch als auch mental optimal vorbereitet zu sein, absolvierten sie zudem eine zweiwöchige Akklimatisierungsphase im nepalesischen Khumbu, wo sie auf einer Höhe von 4.700 Metern gelebt und trainiert haben. Dort konzentrierten sie sich vor allem auf schnelle Läufe und Anstiege bis zu einer Höhe von 6.100 Metern, um bei der Expedition so zügig wie möglich voranzukommen.

„Hochqualitative und noch unbestiegene Routen auf 8.000er Gipfel sind in der modernen Welt sehr selten geworden. Eine zu finden und der erste zu sein, ist der Traum eines jeden Alpinisten“, sagte David Göttler. „Was wir gefunden haben, scheint die perfekte Linie zu sein. Die Route umfasst ein technisch anspruchsvolles Terrain, ist aber sehr logisch von unten bis oben nahezu auf einer Linie zu besteigen.“

Der 8027 Meter hohe Shishapangma – Foto: The North Face

„Zudem wird die Südwand des Shishapangma kaum von anderen Kletterern besucht, wodurch wir mit großer Sicherheit alleine unterwegs sein werden. Heutzutage ist es sehr untypisch, in einem Zweiergespann auf einem 8.000er eine neue Route eröffnen zu können. Es fühlt sich fast so an wie früher, als die Gipfel noch bestiegen wurden, um echte Abenteuer zu erleben.

„Unser Plan ist es, nur notwendige Dinge mitzunehmen, die wir zum Überleben benötigen. Wir wollen uns leicht und schnell fortbewegen, aber zur gleichen Zeit unserer Moral und den Werten treu bleiben, denen man unserer Meinung nach beim Bergsteigen im Himalaya unbedingt folgen sollte“, sagte Hervé.

„Das Erreichen des Gipfels wäre ein weiterer Beweis dafür, dass wirklich nichts unmöglich ist. Es ist mein erster Versuch, einen 8.000er Gipfel zu besteigen und ich bin sehr aufgeregt. Mich in die Zeit der Pioniere des Bergsteigens zurückzuversetzen und eine Route zu klettern, die noch unberührt ist, finde ich sehr spannend. Früher war alles schwieriger und unsicher, aber zugleich so faszinierend. Ich bin überglücklich, mich an diesem Projekt versuchen zu dürfen.“

Beim Höhentraining im Himalaya – Foto: The North Face

Die Trainingsphase hatten die beiden gemeinsam mit dem am Sonntag tödlich verunglückten Extremkletterer Ueli Steck in Khumbu verbracht. Der mit zahlreichen Rekorden dekorierte Alpinist zählte zu den bedeutendsten Bergsteigern der Gegenwart und wollte ebenfalls im Mai ohne künstlichen Sauerstoff die Gipfel des Mount Everest und des benachbarten Lhotse innerhalb von 48 Stunden überqueren, um damit eine neue Bestmarke aufstellen.

Der 40-Jährige verunglückte in der Akklimatisierungsphase am Nuptse im Everest-Gebiet unter bisher noch nicht geklärten Umständen. Im vergangenen Jahr waren Steck und Göttler aufgrund von schlechten Wetterbedingungen bei dem Vorhaben gescheitert, eine neue Route an der Südwand der Shishapangma zu eröffnen.

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