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Dekompressionskrankheit | Was sind Bends beim Tauchen und wie vermeidet man sie?

Wir klären auf über Symptome der Dekompressionskrankheit, was im Körper von Tauchern passiert, wenn sie zu schnell auftauchen und wie sich Bends vermeiden lassen

VON LOU BOYD

Wenn man das Tauchen erlernt, setzen sich Anfänger oft erstmals mit den potentiellen Gefahren unter Wasser auseinander.

Egal ob es darum geht, die richtige Ausrüstung zu kaufen oder einen sicheren Tauchspot zu finden – es gibt viele Dinge, die zunächst Sorgen bereiten können. Doch die meisten erfahrenen Taucher haben höchsten Respekt vor den sogenannten Bends.

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Die Bends, Symptome der Dekompressionskrankheit, sind nicht nur im Tauchsport bekannt, sondern auch in anderen Kreisen. Doch was sie eigentlich bedeuten, können nur wenige zufriedenstellend erklären. Auch als Taucherkrankheit, Caisson-Krankheit oder Druckluftkrankheit bekannt, dies es ein Phänomen, das beim Freediving nicht auftritt, jedoch beim normalen Tauchen mit einem Atemregulator zwingend berücksichtigt werden muss. Die Symptome können alle Bereiche des Körpers wie Gelenke, Herz, Haut, Lunge oder Gehirn betreffen.

Falls du erst mit dem Tauchen anfängt, endlich tiefer tauchen willst oder einfach nur Informationen über diese Bends benötigst und wie du sie vermeiden kannst, bist du hier genau richtig.

Was sind Bends?

Die Bends werden auch als Dekompressionskrankheit bezeichnet – Credit: iStock

Die Bends entstehen durch Gase (hauptsächlich Stickstoff), die sich aus dem Gasgemisch in Form von Blasen herauskristallisieren. Das kann durch Dekompression oder auch in Höhenlagen auftreten.

Als eine beliebte Beschreibung von Bends oder der Dekompressionskrankheit werden häufig die Symptome genannt und klassifiziert.

  • Typ I (simpel): die Symptome betreffen nur die Haut, die Muskeln oder die Lymphen.
  • Typ II (ernst): die Symptome betreffen auch Organe sowie das ZNS.

Die Bends wurden in letzter Zeit durch die voranschreitende Technik seltener, vermeiden lassen sie sich durch eine richtige Dekompression. Wenn die Krankheit auftritt, kann sie in Extremfällen sehr ernst ausfallen.

Von Tauchern werden heutzutage Tauchcomputer verwendet, um die Geschwindigkeit des Auftauchens zu kontrollieren und so Bends zu vermeiden.

Was verursacht die Bends?

Bends können jedem Taucher passieren, egal auf welchem Level – Foto: iStock

Die Bends treten im Körper nach dem Tauchen auf, da man unter Wasser Gas eingeatmet hat. Die Bläschen entstehen wie oben bereits beschrieben durch Dekompression. Wenn man auf auf Meereshöhe lebt, beträgt der Luftdruck in etwa 1 Bar. Das entspricht dem normalen Druck für unseren Körper.

Wasser ist im Vergleich zu Luft hingegen sehr schwer. Es benötigt nicht viel Wasser, um einen großen Druck zu erzeugen. Eine Wassersäule mit einem Durchmesser von ca. 2,5 cm und einer Höhe von 10 Metern übt nochmals den gleichen Druck auf den Köper aus, dem wir normalerweise bereits standhalten, also nochmalsDivers Alert Network (DAN) ist ein internationales Netzwerk zur Verbesserung der Sicherheit beim Tauchen1 Bar.

Taucht man also 10 Meter in die Tiefe, lastet der doppelte Druck auf dem Köper im Vergleich zu dem an Land. Die Lunge zieht sich also um den Faktor 2 zusammen, denn die Luft in der Lunge ist ebenfalls von der Verdoppelung des Drucks betroffen. Taucht man wieder auf, dehnt sich die Luft und somit die Lunge wieder auf die normale Größe aus.

Wenn man Luft aus einer Taucherflasche einatmet, muss diese den gleichen Druck wie die Umgebung bzw. die Tiefe haben, in der man sich gerade befindet. Soll bedeuten, dass sich der Druck in der Flasche verdoppelt, wenn man sich in 10 Metern Tiefe befindet, daher atmet man dort auch Luft mit dem doppelten Druck ein. Je tiefer man taucht, umso mehr Druck entsteht.

„Wenn ein Taucher für eine Weile tief unter Wasser ist, bleibt eine Menge an Stickstoff aus der Luft im Körper.“

Man stelle sich einfach ein Wasser mit Kohlensäure vor. Das Gas wird unter Druck im Wasser gelöst. Öffnet man die Flache so steigt das Gas sofort in Form von Blasen an die Oberfläche.

Wenn ein Taucher für eine Weile tief unter Wasser ist, bleibt eine Menge an Stickstoff aus der Luft im Körper, so wie die Kohlensäure in der Wasserflasche. Taucht man dann zu schnell zur Oberfläche zurück, reagiert das Gas im Körper gleich und verwandelt sich in Blasen, die aufsteigen wie die Kohlensäure.

Wenn dieses Phänomen im Körper auftritt, spricht man von eben jenen Bends oder der Dekompressionskrankheit, die viele Probleme bereiten und unter Umständen sogar fatal enden kann.

Die Symptome

Bends können jeden Bereich des Körpers betreffen – Foto: iStock

Die Symptome können von mild bis unerträglich reichen und benötigen verschiedene Ansätze, um sie in den Griff zu bekommen. Wenn ein Taucher über eines dieser Symptome klagt, sollte man ihn sofort mit Sauerstoff versorgen und den Notarzt rufen.

 

Muskeln – Schmerzen in den Muskeln und Gelenken. Manchmal ein dumpfer Schmerz, der äußerst belastend werden kann.

Haut – Juckreiz im Gesicht, Nacken und Oberkörper. Die Haut zeigt sich manchmal auch marmoriert oder geschwollen.

Müdigkeit – Es tritt extreme Müdigkeit auf.

Innere Probleme – Trockener Husten, Hüftschmerzen, Atemprobleme und Schnappatmung

Gleichgewicht – Verlust des Gleichgewichts und Gehörsinns, Schwindelanfälle, Übelkeit und Erbrechen

Wie vermeidet man Bends?

Ein Dekompressionsplan muss erstellt werden, um beim Auftauchen die Bends zu vermeiden – Foto: iStock

Um die Dekompressionskrankheit zu vermeiden, versuchen die Taucher nur langsam aufzutauchen bis das Gas aus dem Körper gelangt und erstellen sich einen Plan, der zeigt, wie lange man in welcher Wassertiefe verweilen muss, um die gefährliche Blasenbildung zu vermeiden.

Jeder dieser Stops wird als Dekompressionsstopp (kurz Deko-Stopp) bezeichnet.

„Wenn man Zugang zu Sauerstoff hat, sollte der Taucher so schnell wie möglich eine Maske bekommen.“

Diese Dekompressionsstopps werden von den Tauchern vor und während des Tauchganges mit Dekompressionstabellen, einer Software und Computern genauestens berechnet. Die Berechnungen beruhen auf mathematischen Modellen und der Fähigkeit des Körpers, Gas abzugeben.

Während des Auftauchens weniger einzuatmen, kann die Zeit der Dekompressionsstopps verringern.

Wie behandelt man die Bends?

Wenn der Taucher Symptome aufzeigt, sollte man ihn so schnell wie möglich mit Sauerstoff versorgen. Photo: iStock

Falls bei einem Taucher Bends auftreten, sollte man immer den Notarzt verständigen. Es gibt aber auch ein paar Maßnahmen, die du ergreifen kannst, bis die medizinische Hilfe eintrifft.

 

Trockne den Taucher ab und wärme ihn mit Decken, wenn die Körpertemperatur abfällt. Wenn man Zugang zu Sauerstoff hat, sollte dieser dem Betroffenen so schnell wie möglich per Maske zugeführt werden, aber keine Schmerzmittel, denn diese könnten Symptome überlagern.

Rufe nicht nur den Notarzt, sondern auch das Divers Alert Network (DAN), ein internationales Netzwerk zur Verbesserung der Sicherheit beim Tauchen, um die nächste Sauerstoffkabine zu lokalisieren. Dort bekommt der Patient 100% Sauerstoff in Hochdruck.

 

Der Taucher sollte in einer horizontalen Position liegen und falls er mit dem Hubschrauber abgeholt wird, darf dieser in einer maximalen Höhe von 300 Meter fliegen, sonst kommt es zum Druckabfall in der Kabine. Während des gesamten Transports wird dem Betroffenen Sauerstoff zugefügt.

Die Dauer der Behandlung hängt von der Intensität der Symptome, dem Körper des Tauchers und der exakten Therapieform ab.

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