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Myanmar | Die einzigartige Wasserwelt der Lotusweber vom Inle-See

Einblicke in die Handwerkskunst der Frauen, die aus Fäden der Lotusblüte Luxusstoffe weben

Der Inle-See in Myanmar (ehemals bekannt als Burma) ist ein riesiger Süßwassersee umgeben von Bergen, etwa 500 Kilometer nördlich von Yangon, der größten Stadt des Landes.

Der See hat mit über 22 Kilometern Länge und einer Breite von 10 Kilometern enorme Ausmaße, doch das Gewässer ist überwiegend seicht. Die durchschnittliche Wassertiefe beträgt etwa zwei Meter und ein Größteil des Inle-Sees ist von Schilf bedeckt, wodurch schwierig zu schätzen ist, wo die Grenze zwischen Ufer und Wasser verläuft.

Viele Teile des Inle-Sees sind von Schilf bedeckt, wodurch schwierig zu schätzen ist, wo die Grenze zwischen Ufer und Wasser verläuft. Foto: Tristan Kennedy

Viele der Einheimischen, die diese Wasserwelt ihr Zuhause nennen, leben tatsächlich direkt auf dem See, in Häusern auf Stelzen gebaut. Boote ersetzen hier die Autos als einziges Transportmittel. Ihre Straßen sind die Wssserwege durch die Schilflandschaft.

Eine der Wasserstraßen in einem Dorf mitten auf dem Inle-See. Foto: Tristan Kennedy

Reichere Familien verfügen zumeist über ein Boot mit Motor, aber viele der Menschen nutzen Paddel zur Fortbewegung. Die Intha, die größte ethnische Gruppe der Seebewohner, nutzen häufig die Fußpaddeltechnik, indem sie ihr Bein um das Ruderblatt legen und es mit kreisenden Bewegungen vor- und zurückschwingen.

Nur vereinzelte Boote auf dem Inle-See sind motorisiert. Foto: Tristan Kennedy
Der Großteil der Boote wir mit Paddeln per Hand bewegt - oder auch mit dem Fuß. Foto: Tristan Kennedy
Eine Frau bei der Wäsche. Viele Einheimische Leben auf Stelzenhäusern im See. Foto: Tristan Kennedy

Die meisten Menschen am Inse-See arbeiten als sebstversorgende Farmer, aber in den letzten Jahren stiegen die Touristenzahlen in der region konstant. Nach 50 Jahren brutaler Militärdiktatur, fanden im November 2015 die ersten fairen und freien Wahlen statt und mit den aufgehobenen Sanktionen öffnete sich das Land für Besucher. Der Inle-See und dessen beeindruckende Umgebung zählen verstärkt zu den Zielen der Reisenden.

Eine Burmesin arbeitet an einem traditionellen Webstuhl. Foto: Tristan Kennedy

Wie die Hotels, Restaurants und Touristenführer, profitieren auch die Einheimischen von diesen neuen Besuchern durch die Ausstellung ihrer traditionellen Handwerkskunst. Vor etwa 100 Jahren begannen die Frauen vom Inle-See unglaubliche gemusterte Textilien aus den Lotusblüten zu weben, die auf dem Gewässer wachsen. Das Khit Sun Yin Handwebzentrum hat seine Türen für Besucher geöffnet, damit sie diesen faszinierenden Prozess beobachten können.

Der Lotus, bekannt für seine strahlende Blüten. Foto: Tristan Kennedy
Eine im Inle-See wachsende Lotusblüte. Foto: Tristan Kennedy
Lotusfasern werden per Hand mit einem Messer extrahiert aus den Stängeln. Foto: Tristan Kennedy
Die Fasern werden dann in Fäden auf Spinnrädern aus alten Fahrradteilen gesponnen. Foto: Tristan Kennedy

Verehrt als ein Symbol für Reinheit und sogar als heilig betrachtet in einigen Kulturen, produziert der berühmte Lotus eine unglaublich leuchtende Blüte, obwohl sie aus trübem Schlamm unter Wasser erwächst. Was vielleicht weniger bekannt sein dürfte, ist die tatsache, dass die Halme aus einer Mischung von Fasern bestehen, die, wenn sie zusammengewebt werden, unglaublich hochwertiges Tuche entstehen lassen.

Der Kit Sunn Yin Weber-Workshop. Foto: Tristan Kennedy

Jeder Schal, den diese Frauen mit traditionellen Methoden und alten Handwebmaschinen herstellen, enthält über 3.000 Lotusstängelfasern. Diese werden von Hand mit einem Messer extrahiert, zusammengerollt und dann in Spinnräder aus alten Fahrradteilen gesponnen. Die Arbeiter drehen die Pedale von Hand. Verschiedene Farbstoffe werden verwendet, um den Faden zu färben, der zum Trocknen über den See gehängt wird.

Ein Handspinnrad – und ein paar alte Fahrräder, die darauf warten, recycelt zu werden. Foto: Tristan Kennedy

Der Lotusfaden wird dann auf Handwebstühlen in Tuch gewebt – Technologie, die seit über 200 Jahren nicht mehr in Europa eingesetzt wird! Das unverwechselbaren Klappen der Weberschiffe hallt über den See, wenn man sich der Werkstatt nähert.

Eine Frau arbeitet an einem antiken Webstuhl. Foto: Tristan Kennedy
Eine der Arbeiterinnen bewegt ein Handspinnrad. Foto: Tristan Kennedy
Eine Frau webt Kleidungsstücke in Khit Sunn Yinn. Foto: Tristan Kennedy
Foto: Tristan Kennedy
Foto: Tristan Kennedy
Kurze Ablenkung der Weberin. Foto: Tristan Kennedy

Die Weber bei Khit Sunn Yin fertigen auch andere Stoffe wie Seide und Baumwolle. Gelegentlich werden Seide und Lotusfaden auch gemischt. Aber es ist der reine Lotus, der das teuerste Produkt ist, mit Schals, die für Hunderte Dollar verkauft werden.

Myanmar ist eines der ärmsten Länder Asiens, aber da Tuch aus Lotus sich zunehmend zu einem gefragten Luxusgut entwickelt, hat dieser lokale Stoffhandel durchaus das Potenzial dabei zu helfen, die Menschen vom Inle-See aus der Armut zu befreien.

Eine altere Frau in den Arbeitsstätten. Foto: Tristan Kennedy
Stoffe auf dem Webstuhl. Foto: Tristan Kennedy
Und in der Auslage des Shops. Foto: Tristan Kennedy
Einer der in Khit Sunn Yin produzierten Schals. Foto: Tristan Kennedy
Eine Reihe von Booten wartet wie auf einem Parkplatz darauf, die Weberinnen nach dem Arbeitstag nach Hause zu bringen. Foto: Tristan Kennedy
Ein Boot transportiert Waren über den See. Foto: Tristan Kennedy

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