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Outdoor

Basics | Ein Leitfaden für Kajak-Anfänger

Was bedeutet das Wort Kajak? Welche Ausrüstung braucht man? Und wo fängt man als Beginner am besten an?

Kajaktouren zählen in der Natur zu den schönsten Freizeitbeschäftigungen, die man auf dem Wasser erleben kann. Mit dem Boot können Seen, Flüsse, Wasserfälle und sogar das Meer aus neuen Blickwinkeln erlebt und entlegene Gegenden wie Fjorde und Buchten entdeckt werden.

Mit so einer großen Vielfalt an Möglichkeiten ist es kein Wunder, dass sich das Kajakfahren seit Jahrzehnten weltweit sehr großer Popularität erfreut. Wenn du auch damit anfangen willst, versorgen wir dich mit unserem kleinen Guide für Beginner mit den wichtigsten Grundlagen des Natursports.

Die Geschichte des Kajaks

Foto: Wikipedia.org

Das Wort Kajak stammt vom grönländischen Begriff Qajaq und bedeutet in etwa übersetzt „das Boot des Jägers“. Die wendigen Paddelboote wurden bereits vor Jahrhunderten beim Volk der Inuit gebaut und von den Eskimos in der Arktis für die Jagd in Küstennähe verwendet.

Damals wurden die Kajaks aus Holz und Walknochen konstruiert und im Anschluss mit der Haut von Tieren umspannt. Seit den 1950er Jahren setzten sich in Europa Bauweisen aus Fieberglas durch – heute bestehen die meisten Boote aus robusten Kunststoffen oder teilweise noch aus Holz. Vor allem in Grönland wird die traditionelle Kajakbauweise noch immer angewendet, wobei imprägnierte Leinwände die Tierhäute ersetzt haben.

Die gängigste aller Kajakvarianten ist die traditionelle. Das bedeutet, dass man im Kajak sitzt und das Cockpit durch eine elastische Gummischicht geschlossen wird. An den Technologien hat sich mit der Zeit viel geändert. Heutzutage gibt es von aufblasbaren Kajaks bis zu Tandem-Kajaks eine Vielzahl an Modellen zur Auswahl.

Was ist der Unterschied zwischen Kajak und Kanu?

Kanus haben Paddel mit nur einem Ruderblatt. Foto: Matthew Clark

Die meisten verwenden das Wort Kajak und Kanu als Synonyme, es sind schließlich auf den ersten Blick ziemlich ähnliche Boote. Es zeigen sich aber viele Unterschiede zwischen diesen Bootstypen bzw. in den Sportarten hinsichtlich Design, Ausrüstung und Paddeltechnik.

Foto: Lindsay Walsh

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal: Ein Kajakpaddel besitzt am Ende der Griffstange jeweils Paddelblätter, die im 90-Grad-Winkel zueinander stehen. Ein Kanupaddel hat hingegen nur ein Paddelblatt.

Die verschiedenen Disziplinen im Kajaksport

Das Kajakfahren teilt sich auf in viele verschiedene Disziplinen, die jeweils in einem anderen Gewässertyp ausgeübt werden. Demnach wird der Stil ausschlaggebend dafür sein, wo du den Sport ausübst.

Kajaktouren: Ein simpler Einstieg ins Kajakfahren sind Touren. Dabei bist du normalerweise in Seen, Flüssen oder Kanälen unterwegs, wo du kein Weißwasser oder Hindernisse vorfindest. Dies ist die perfekte Disziplin für Anfänger oder für einen Familienausflug, da der Fokus mehr auf dem Erlebnis in der Natur als auf Tricks oder technischen Herausforderungen liegt.

Foto: Laura Lefurgey

Seekajakfahren: Der Name verrät es eigentlich schon. Das Seekajakfahren (‚Sea Kayaking‘) eröffnet dir die Chance, Küstenabschnitte zu erkunden, an die man zu Fuß nicht wirklich gelangt. Dazu kann man an den richtigen Spots mit nahezu unberührter Natur und Tieren in Kontakt kommen und als Krönung in Brandungswellen den Adrenalinrausch für zwischendurch abholen. Das Kayak surfing hat sich mittlerweile als eigene Unterdisziplin im Seekajakfahren entwickelt, wobei die Profis sogar in große Wellen paddeln.

Wildwasserkajak: Wenn du auf der Suche nach der größten Herausforderungen beim Kajakfahren bist, ist Wildwasserkajak (White water kayaking‘) wahrscheinlich genau deine Disziplin. Du paddelst durch reißende Flüsse mit schnellen Sektionen und eventuell sogar Wasserfällen.

Freestyle: Hier dreht sich alles um Tricks. Oft wird diese Disziplin mit dem Surfen oder im Wildwasser verbunden. Es gibt viele Kajakfahrer, die waghalsige Manöver mit ihren Booten anstellen, sogar Backflips gehören zum Programm bei den absoluten Experten auf diesem Gebiet.

Foto: Jackson Kayak

Wettkampf: Diese Disziplinen sind olympisch und unterteilen sich nochmals in verschiedene Unterkategorien wie Sprint oder Slalom. Wenn du hier bestehen willst, wirst du hart trainieren und in der Nähe eines Kanals mit ensprechenden Bedingungen leben müssen.

Welche Ausrüstung benötige ich zum Kajakfahren?

Foto: Josh Trommel

Die Kajakausrüstung rettet im Ernstfall dein Leben, also spare dabei nicht am falschen Ende und schaffe dir gutes und vollständiges Equipment an.

Helm: Wegen der Felsen und anderen harten Gegenständen, die dich außer Gefecht setzen könnten, ist ein Helm unverzichtbar.

Kajak: Grundsätzlich verwendest du längere Kajaks mit Stauraum für Touren, hingegen kommen beim Freestyle und im Wildwasser kürzere und kompaktere Kajaks zum Einsatz. Es gibt auch Ausführungen, die speziell für Rennen oder für die besonderen Gegebenheiten im Meer designt wurden.

Foto: Nitish Meena

Paddel: Zwei Blätter und normalerweise ca. zwei Meter lang. Die genaue Länge des Paddels hängt von deiner Körpergröße, der Disziplin und der Bootsbreite ab. Achte also darauf, dass du eine professionelle Beratung beim Paddelkauf bekommst.

Neoprenanzug: Du wirst bei den aktiveren Disziplinen immer nass werden, also sollte ein Neoprenanzug zu deinen ersten Anschaffungen zählen. Ein ganz normaler Neoprenanzug mit einer Stärke von 4/3 Millimetern sollte für den Anfang optimal sein.

Schwimmweste: Auch wenn du schon schwimmen kannst, solltest du dir eine Schwimmweste kaufen, denn verletzte Kajakfahrer brauchen unbedingt zusätzlichen Auftrieb. Halte nach einer Low-Cut-Weste, die eng sitzt, aber noch genügend Freiraum für Armbewegungen bietet, Ausschau.

Spritzdecke: Die Spritzdecke (‚Spray Deck‘) ist ein elastisches Gummi, mit dem der Einstieg ins Kajak abdichtet wird. Es gibt verschiedene Arten von Spritzdecken für die unterschiedlichen Kategorien. Wir empfehlen beim Kauf professionelle Beratung.

Wo kann man Kajakfahren lernen?

Foto: iStockphoto.com

Mit dem Kajakfahren anzufangen, sollte für Interessierte in Deutschland kein allzu großes Problem darstellen, weil der Sport hierzulande weit verbreitet ist. Es gibt viele Kajak- und Kanuvereine sowie Outdoorzentren, die Schnupperkurse für den Anfang, ein gutes Training und einige Ausflüge anbieten.

Ziele für Kajakfahrer?

Kayakfahren ist ein vielseitiger Sport, den man nahezu in jedem Gewässer ausüben kann. In Deutschland solltest dir einen See in den Bergen oder in Gebieten wie der Eifel auswählen. Aber generell bleibt die Auswahl bis zu Highlights wie Norwegen natürlich dir überlassen und macht den Reiz der Sportart aus.

Für ein bisschen mehr Adrenalin gibt es auch Kanäle, die extra für Kajakfahrer ausgelegt sind, beispielsweise der Eiskanal in Augsburg. Dort kannst du dich bei fortgeschrittenem Können auf olympischem Niveau austoben.

River Orchy, Scotland – Foto: iStockphoto.com

Wenn ihr gerne in der Natur seid, eigenen sich besonders Flüsse, die durch eine ansprechende Landschaft fließen. Je nach Jahreszeit muss man darauf achten, dass sie auch genügend Wasser führen. Für anspruchsvolle Touren bist du im Alpenraum genau richtig, denn dort finden sich einige der besten Kajakstrecken weltweit.

Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, ein Trip durch den Grand Canyon oder nach Costa Rica sind definitiv ein unvergessliches Erlebnis. Das Kajakfahren öffnet dir die Tür, die ganze Welt zu sehen und dies noch mit einem erfüllenden Hobby zu verknüpfen.

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