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Nature

Start schon 2018: Ocean Cleanup soll zwei Jahre früher beginnen

Der 22-jährige Gründer Boyan Slat präsentierte am Donnerstag die Fortschritte seines Projekts

Seit Jahren arbeitet der Niederländer Boyan Slat mit seinem Team von The Ocean Cleanup unter Hochdruck an einem System, um große Mengen Plastikmüll aus dem Ozean zu filtern. Auf einer Präsentation am Donnerstag kündigte der 22-Jährige an, dass die Erfindung bereits zwei Jahre früher als ursprünglich geplant seine Arbeit im Pazifik aufnehmen soll.

Boyan Slat verkündet den Start des Systems für 2018. Foto: The Ocean Cleanup

Für die größte Überraschung sorgte der junge Urheber am Schluss der Veranstaltung in Utrecht, bei der Boyan Slat die nächste Phase des mit Hilfe von Crowdfunding finanzierten Projekts vorstellte: Seine Erfindung, die Meeresströmungen nutzt, um den Plastiküll in schwimmende Barrieren zu treiben, soll bereits innerhalb der kommenden zwölf Monate mit dem Launch des ersten operativen Systems im Großen Pazifischen Müllteppich (Great Pacific Garbage Patch) in die Praxis umgesetzt werden. Eigentlich war der Startschuss erst für frühestens 2020 vorgesehen.

Mehrere mobile Systeme geplant

Auf einer Fläche so groß wie Zentraleuropa befindet sich zwischen Hawaii und Kalifornien der größte Müllstrudel der Welt, den Slat dank eines effizienteren Designs bei der überarbeiteten Version innerhalb von fünf Jahren um die Hälfte reduzieren will. Laut Ocean Cleanup gelangen jährlich bis zu 12,7 Millionen Tonnen Plastik ins Meer, der sich aufgrund der Strömungen größtenteils auf fünf Gebiete weltweit konzentriert.

Luftgefüllte Barrieren aus Polyethylen fangen die Plastikteile auf. Credit: Erwin Zwart/The Ocean Cleanup
Auf der Unterseite fängt eine Lippe Plastikteile ab. Credit: The Ocean Cleanup
Schiffe sollen den angestauten Müll in regelmäßigen Abständen einsammeln. Credit: Erwin Zwart/The Ocean Cleanup

Die Verbesserungen beinhalten auch einen Strategiewechsel – der Cleanup wird durch eine Flotte von mobilen Systemen sowie einer größeren Barriere erfolgen. Anstatt eine überdimensionale Station von 100 Kilometern Länge am Meeresboden in großer Tiefe fest zu verankern, setzt das inzwischen aus rund 65 Forschern und Ingenieuren bestehende Team auf Treibanker unter den Konstruktionen, die garantieren, dass sich die Sammelssysteme langsamer bewegen als das Plastik.

Diese Methode mit bis zu 30 kleineren Barrieren sei wirksamer und deutlich kostengünstiger, sagte Slat bei seinem Vortrag. Die zwischen ein und zwei Kilometer langen Bauteile werden momentan bereits in Kalifornien für den Einsatz produziert. Ende 2017 erfolgt der Launch des nächsten Prototyps vor der kalifornischen Küste, bevor im zweiten Quartal von 2018 das große Sammelsystem folgen soll. Eine kleinere Variante wurde im Juni 2016 bereits in der Nordsee getestet.

Funktionsweise des Systems

Luftgefüllte Schläuche aus vulkanisiertem Gummi mit einer senkrechten Barriere an der Unterseite schwimmen in einem großen Halbkreis auf der Wasseroberfläche und nutzen dabei die Strömungen, um im Zentrum den teilweise nur Millimeter großen Plastikmüll in einem Behälter aufzufangen. Schiffe sollen den angestauten Müll in regelmäßigen Abständen abholen. Während Lebewesen unter der Konstruktion entkämen, bliebe das treibende Plastik hängen, erklärten die Ingenieure.

Kritisiert werden von einigen Seiten Investition in die Bekämpfung der Symptome des weltweiten Plastikmülls in den Weltmeeren, anstatt auf Prävention zu setzen. Zudem müsse sich das System unter den Kräften und Bedingungen des Pazifiks erst noch beweisen.

So sahen erste Animationen des Großprojekts gegen den Plastikmüll aus | Credit: Erwin Zwart/The Ocean Cleanup

Großinvestoren unterstützen Crowdfunding

Bei der Finanzierung konnte Anfang des Monats bereits ein großer Erfolg vermeldet werden. Seit November 2016 kamen 22 Millionen Dollar zusammen; insgesamt spendeten Unterstützer seit Beginn des Projekts 31,5 Millionen für das ambitionierte Vorhaben. Milliardäre aus den USA wie das IT-Unternehmer-Ehepaar Marc und Lynne Benioff aus San Francisco sowie der Silicon-Valley-Unternehmer Peter Thiel, Mitgründer des Bezahldienstes Paypal, hatten zuletzt großzügige Finanzspritzen zur Verfügung gestellt.

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