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Surf Basics | Guide zu Gefahren und Sicherheit beim Surfen

Welche Gefahren und Risiken lauern eigentlich beim Surfen?

Von Billy Wilson

Ist Surfen gefährlich?

Natürlich kann Surfen gefährlich sein, aber wenn du aufmerksam, gut informiert und richtig ausgerüstet bist, ist alles nur halb so riskant. Laut Studien ist das Verletzungsrisiko ungefähr genauso hoch wie bei Skifahrern, etwas weniger als bei Snowboardern und deutlich geringer als bei Sportarten mit viel Körperkontakt wie Rugby. Aber beim Rugbyspielen ist auch noch keiner ertrunken.

Im Allgemeinen tragen fortgeschrittene Surfer das größte Risiko mit sich, weil sie häufiger anspruchsvolle Herausforderungen in den gefährlichsten Bedingungen wagen. Auch Anfänger sind einem hohen Risiko ausgesetzt, weil sie unaufmerksamer agieren und weniger mit den Gefahren des Meeres vertraut sind.

Waimea Bay ist eine der weltweit gefährlichsten Wellen und Veranstaltungsort für den renommiertesten Big Wave Contest der Welt. John John Florence und Mason Ho teilen sich eine Welle beim Quiksilver in Memory of Eddie Aikau. Foto: WSL/Keoki

Surf-Sicherheit: Gefahren beim Surfen

Laut einer Umfrage von Surf-Sicherheitsexperte Andrew Nathanson passieren 55 Prozent aller Surf-Verletzungen durch das eigene Surfboard; 11 Prozent werden durch Unfällen mit Boards mit anderen Surfern verursacht, 18 Prozent werden verursacht durch den Aufprall am Meeresboden, 7 Prozent durch Wellen und 3 Prozent entstehen durch Kontakt mit Meerestieren (meistens Seeigel und Quallen).

Des Weiteren sollten folgende Gefahren berücksichtigt werden, da sie zu Verletzungen oder zum Ertrinken führen können (Ertrinken ist in den meisten Fällen die Konsequenz von Verletzungen):

  • Strömungen und Backwash
  • Andere Surf-Optionen (Kayaks, SUPs, usw.)
  • Küstenschutz und andere von Menschen geschaffene Konstruktionen (Wellenbrecher, Pier, usw.), wodurch Strömungen stärker werden können
  • Felsen, die entweder aus dem Wasser ragen oder sich unter der Wasseroberfläche befinden
  • Kälte, die zur Erschöpfung beiträgt und fatal enden kann
  • Gezeiten, die radikal den Charakter des Strandes ändern können, ohne dass man es merkt. Oft entstehen dadurch neue Gefahren und erschweren das Zurückkommen ans Ufer

Höhere und kräftigere Wellen vergrößern das Unfallrisiko exponentiell. Strömungen werden somit stärker und Wellen halten Surfer länger unter Wasser, womit die Wahrscheinlich des Ertrinkens deutlich ansteigt. Zudem wurde herausgefunden, dass Surfen an einem Reefbreak, an dem die Wellen über einem Riff brechen, doppelt so gefährlich ist wie an einem Beachbreak.

Egal, wo du surfst, dein Kopf ist stets die gefährlichste Zone. Nicht nur, dass Kopfverletzungen an sich schon eine immense Gefahr darstellen, sondern auch zum Ertrinken bei Bewusstlosigkeit führen können. Außerdem können Verletzungen an der Wirbelsäule auftreten – besonders, wenn kraftvolle Wellen im flachen Wasser brechen.

Entspannte Welle am Huntington Beach in Kalifornien…, aber das Pier kann gefährich werden. Foto: iStock

Zwischen 2009 und 2014 starben laut Erhebungen elf Surfer und Bodyboarder allein in Großbritannien. Die meisten kamen in Cornwell ums Leben, wo Surfen zum Alltag gehört und betraf unerfahrene Surfer, die Strömungen nicht richtig einschätzen konnten.

Surf-Sicherheit: Wo sollte man surfen?

Viele der oben aufgeführten Gefahren können vermieden oder zumindest minimiert werden. Man sollte nur Wellen und Bedingungen surfen, die zu Surf-Fähigkeiten und Kompetenz im Wasser passen. Anfänger sollten das Surfen an einem Beachbreak lernen, anstatt an einem Reef- oder Pointbreak. So können sie sich von kleinen zu großen Wellen herantasten und mit den Herausforderungen wachsen. Kraftvolle „Barrels“ kann man vorerst in Ruhe lassen. Insbesondere, wenn du nicht gut schwimmen kannst und erst mit dem Surfen begonnen hast.

Wenn man einen Shorebreak surft, ist man entweder sehr gut oder einfach nur ein alter Verrückter. Jamie O’Brien und seine Freunde. Unten im Video sind beide. Foto: iStock

Brechen die Wellen im flachen Wasser nah am Ufer, dann spricht man von einem Shorebreak. Diesen sollte man meiden, denn die Wellen an einem Shorebreak sind für gewöhnlich sehr kraftvoll und können einen schmerzvoll in den Sand drücken (oder noch schmerzvoller, wenn es felsig ist). Die Welle eines Shorebreaks tendiert zum Aufbäumen und einem extremen Wasserrücklauf, was bedeutet, dass sie dir leicht die Füße wegreißen und ins tiefe Meer hinausziehen kann. Sei dir dessen bewusst, dass Wellen die draußen im Meer brechen irgendwann zu einem Shorebreak reformieren und du fähig sein solltest, wieder sicher ans Ufer zu gelangen.

Eine weitere Gefahr stellen andere Surfer dar. Daher solltest du ein Strandabschnitt suchen, der nicht mit unendlich vielen Surfern überfüllt ist. Jedoch sollte man auch nicht alleine an einem verlassenen Spot surfen. Nimm einen Freund mit oder suche eine bewachten Strand oder zumindest lass jemanden wissen, dass du surfen bist und auch wo du dich befindest. Falls du noch nie surfen warst, dann wäre ein qualifizierter Surflehrer nur zu empfehlen. Nicht nur, weil man dadurch deutlich sicherer im Wasser ist, sondern auch ein schnellerer Lernprozesse von statten geht. Schwimmer und Surfer sind keine gute Kombination. Daher bleibe fern von der Schwimmerzone, wenn du dich in der überwachten Zone aufhältst.

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Die RNLI Lifeguards machen einen Top-Job an vielen beliebten Surf-Stränden in Großbritannien – surfe immer zwischen der schwarzen und weißen Flagge, niemals zwischen roten und gelben.

Falls du Anfänger bist, paddle erst einmal nicht zu weit raus, wo die Wellen brechen. Nicht nur, dass es dort sehr gefährlich werden kann, sondern auch sehr frustrierend für dich und für andere Surfer enden kann. Deshalb versuche zunächst, nah am Ufer das Weißwasser zu surfen. Dort wirst du garantiert mehr Wellen erwischen, schneller lernen und auch anderen Surfern nicht im Wege stehen. Wenn du deine ersten Versuche „out back“ wagen möchtest, dann verschiebe das besser auf Tage mit kleineren Wellen.

Sei nicht zurückhaltend, einen der Lifeguards nach potenziellen Gefahren zu fragen oder dich bei anderen Surfern nach Tipps und der aktuellen Lage im Wasser zu erkundigen.

Surf-Sicherheit: Literaturhinweis

Surf Survival: The Surfer’s Health Handbook von Andrew Nathanson, Clayton Everline und Mark Renneker.

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