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Surf Basics | Was man als Surfer über Wellen wissen sollte

Wie entstehen Wellen? Warum brechen sie und wie liest man eine Wellenvorhersage für die idealen Bedingungen?

Von Billy Wilson

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit musste ein Surfer komplizierte Wettertabellen richtig lesen können, um zu wissen, wann und wo man surfen gehen konnte. Heutzutage wird diese Datenflut von Surfforecasts verwertet und macht die Vorhersage für eigentlich jeden Surfer verständlich. Es gilt aber immer noch die Regel: Je mehr man über Wellen und die Ursprünge weiß, desto planbarer wird der Surf.

Woher kommen die Wellen?

Wellen entstehen durch Winde, weit draußen auf dem offenen Ozean. Die Winde übertragen ihre Energie auf den Ozean. Es gibt drei wichtige Faktoren, die die Eigenschaften und Größe des Swells beeinflussen: die Stärke des Windes, die Dauer – also wie lang der Wind bläst – und die Fläche, über die der Wind gleichzeitig fegt. Je größer bzw. länger diese drei Variablen sind, desto größer wird der Swell und die Periode – das ist die Zeit, zwischen zwei Wellen.

Woher kommt der Wind? Wind ist generell eigentlich nur eine Luftverlagerung von einem Hochdruck- in ein Tiefdruckgebiet. Studiert man also eine Wetterkarte mit Druckgebieten, bekommt man eine Vorstellung, wo ein Swell entstehen könnte. Ein Tiefdruckgebiet über dem Meer erkennt man an den Isobars, die eng aneinander eine zyklische Formation annehmen. Das bedeutet, dass an dieser Stelle ein starker Wind über dem Meer weht und somit Wellen entstehen. Auf der nördlichen Hemisphäre bläst der Wind gegen die Uhrzeigerrichtung.

Hier eine Karte mit Hoch- und Tiefdruckgebieten. In der Mitte links befindet sich ein großes Tiefdruckgebiet, sodass mit einem großen Swell gerechnet werden kann.

Periode, Windswells und Groundswells

Die Wellenperiode ist ein Indikator, wie viel Energie die Wellen haben. Je länger die Periode ist, desto größer und auch kräftiger werden die Wellen, wenn sie auf Land treffen; außerdem reichen die Wellen dann meist auch in eher abgeschirmte Buchten. Haben die Wellen einen 3ft Swell mit einer Periode von 15 Sekunden, sind sie definitv größer und sauberer, als eine Welle mit 3ft Swell und nur einer 7 Sekunden langen Periode.

Swells mit einer Periode von 10 Sekunden oder weniger werden oft als Windswells bezeichnet. Diese entstehen relativ nah an der Küste und sind oftmals noch ungeordnet, wenn sie die Küste erreichen – Surfer der deutschen Küste können ein Lied davon singen. Dazu werden sie häufig von dem Onshore-Wind begleitet, der den Swell auch entstehen ließ. Swells mit einer Periode von ca. 13 Sekunden oder mehr werden als Groundswells bezeichnet. Diese entstehen sehr viel weiter draußen auf dem Meer und haben meist qualitativ hochwertigere Wellen im Schlepptau, was aber nicht automatisch bedeutet, dass es keine guten Wellen mit 8 oder 9 Sekunden Periode gibt oder dass Groundswells automatisch immer den besseren Surf liefern. Viele Beachbreaks funktionieren nur in der 9 – 13 Sekunden Range. Alles was größer ist, wird ein Close-Out sein, der auf voller Länge bricht.

Wenn der Swell in Richtung Land wandert, sortiert er sich selbst in die klar definierten Linien und auch in Gruppen. Wenn du mal die Wellen an einem Surfspot beobachtest, wird dir relativ schnell auffallen, dass es einen Zeitraum gibt, in dem das Meer nahezu flach ist, gefolgt von einem Set mit mehreren Wellen. Jedes Set beinhaltet in der Regel zwischen zwei und vier Wellen, es können aber durchaus auch mehr sein.

Ideale Surfbedingungen

Offshore-Wind, also ein Wind, der vom Land aufs Meer weht, sortiert die Wellen zusätzlich, sodass sie in noch cleaneren Lines am Land ankommen. Deshalb ist schwacher Offshore auch die optimale Windrichtung für Surfer, doch sehr leichter Wind aus Meeresrichtung kann ebenfalls für Top-Bedingungen sorgen. Crossshore oder Onshore Winde machen dagegen die Wellen ungeordneter. Ab ca. 20 km/h On- oder Crossshore-Wind werden die Wellen schon fast unsurfbar.

Leichter Offshore-Wind in Godrevy nahe Cornwall, perfekt fürs Surfen. Foto: iStock
In diesem Bild sieht man, wie im Hintergrund der Ozean unruig ist und wie sich die Lip der Welle kräuselt. Das ist das Ergebnis von Onshore-Wind. In diesem Fall sind die Bedingungen aber noch gut surfbar, wie Mick Fanning beweist. Foto: WSL / Rowland
Eine perfekte, glassy Welle. Da keine Wassertropfen durch die Luft fliegen, weht wohl kein Wind. Foto: iStock.

Die Gezeiten beeinflussen ebenfalls die Bedingungen, aber im Normalfall nur, wie die Wellen sich formen bzw. brechen. Oft, aber nicht immer, bedeutet Ebbe, dass die Wellen steiler werden bzw. auch Barrels entstehen können. Zusätzlich ist das Wasser dort, wo die Wellen brechen, meistens auch seichter.

Die Gezeiten an sich und wie sie sich auf die Wellen auswirken, variiert stark von Spot zu Spot. Normalerweise liegen in etwa 6 Stunden und 12 Minuten zwischen High- und Lowtide, doch auch dies kann schwanken.

Warum brechen Wellen?

Dankbarer Untergrund für Righthand-Barrells. Foto: iStock.

Wenn sich die Welle der Küste nähert, beginnt die Welle zu wachsen. So lang, bis die Welle genauso hoch ist, wie das Wasser unter ihr tief. An genau diesem Punkt fängt die Welle an zu brechen: Der untere Teil der Welle wird durch die Reibung am Untergrund ein bisschen langsamer, während der obere Teil der Welle nach wie vor schnell ist und somit bricht. Das Profil, also die Form des Untergrundes, bestimmt, wie die Welle genau bricht. Je steiler der Untergrund, desto steiler die Welle und umso heftiger wird sie sich aufbauen und brechen: Heftige Barrells entstehen, wenn der Swell aus tiefem Wasser unmittelbar auf sehr seichtes Wasser trifft; freundlichere und ideale Wellen für Beginner gibt es hingegen, wenn der Untergrund nur langsam seichter wird.

Eigenschaften von Wellen

Lower Trestles, einer der besten A-Frame-Spots der Welt – hier mit Offshore-Wind veredelt. Foto: WSL / Rowland

Surfanfänger sollten im Weißwasser surfen, gute und fortgeschrittene Surfer orientieren sich dagegen an der ungebrochenen Welle, surfen also sozusagen vom Weißwasser weg. Eine Welle kann ein Lefthander oder ein Righthander sein, das hängt von der Richtung ab, in die die Welle bricht (aus der Sicht des Surfers auf den Strand). Normalerweise bevorzugen die Surfer die Forehand, also mit dem Bauch zur Welle zu surfen, doch auch die Backhand, also mit den Rücken zur Welle, sollte man üben. Es gibt auch Wellen, die in beide Richtungen brechen, diese sind auch als A-Frames bekannt. Wellen, die über die komplette Distanz auf einmal brechenl werden als Close-Outs bezeichnet. Gute Surfer erkennen diese und lassen die Finger davon.

Arten von Surfbreaks

Jeffreys Bay in South Africa: der wohl beste Righthand-Pointbreak der Welt. Foto: WSL / Totee

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Arten von Surfbreaks: Beachbreaks, Reefbreaks, Pointbreaks und Breaks an Flussmündungen. Bei einem Beachbreak brechen die Wellen einfach über Sand, bei einem Reefbreak über einem Steinboden/Riff, bei einem Pointbreak verlaufen die Swellinien entlang einer Landzunge oder ähnlichem und nicht direkt auf das Land zu; bei Breaks in Flussmündungen brechen die Wellen auf einer vom Fluss geformten Sandbank. Die meisten Surfspots in Europa sind Beachbreaks, welche auch am geeignetsten sind, um mit dem Surfen zu beginnen.

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