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Travel | Wie plant man einen Solo-Surftrip?

Wenn die anderen keine Zeit haben, gehst du eben allein auf Reisen!

Von Matt Clark

Unsere Erde ist mit über 70 Prozent von Wasser bedeckt und es gibt circa 620.000 Kilometer Küstenlinie – mehr als ausreichend Potential zum Surfen also. Fernreisen sind heutzutage schnell gebucht, dank Google Earth ist es zudem so einfach wie nie zuvor, neue Surfspots schon vorher am Schreibtisch zu entdecken. Dank der Medien bekommen jedoch ehemals unerschlossene Ecken dieser Welt heutzutage mehr Aufmerksamkeit und die Wunschliste mit Traumspots, die man besuchen könnte, wird länger und länger. Leider versucht man oft vergeblich, Freunde von einem Trip zu überzeugen. Häufig entpuppt sich die spontan geplante Reise eher als schwere Geburt.

Manchmal muss man es dann einfach allein durchziehen!

Aus dieser Perspektive ist Surfen zum Glück eine Individualsportart und logistisch gesehen sind Solo-Trips viel einfacher in die Tat umzusetzen als in vielen anderen Sportarten. Trotzdem warten ein bis zwei Dinge auf dich, die du beachten solltest, um deine Reise in vollen Zügen genießen zu können. Dazu zählt die Wahl des Zieles und welche Art von Trip man im Auge hat – willst du eher dein eigenes Ding machen oder neue Leute kennenlernen?

Greg Knoll in Französisch-Polynesien – Foto: Robert Snow/Red Bull Content Pool

Wähle ein Reiseziel

Im Normalfall ist das Reiseziel der wichtigste Faktor für einen Surftrip. Es gibt so viele unglaublich gute Surfspots, die relativ einfach zu erreichen sind, dass eine finale Entscheidung sehr schwer werden kann. Wenn du wirklich richtig spontan verreist, ist es einfach: Checke einfach den Forecast und reise dahin, wo es in den folgenden Tagen vielversprechend aussieht, irgendwo kommt immer ein solider Swell an! Gerade im Indischen Ozean laufen die Wellen sehr konstant.

Wenn du mit viel Vorlauf planst, ist die Auswahl natürlich groß. Du grenzt dann einfach die möglichen Optionen anhand von Kriterien immer weiter ein. Wann willst du los? Wo ist zu dieser Zeit Wellensaison?

Indonesien bietet von Juli bis September herausragend gute Bedingungen durch konstante Süd-Swells, dazu geht eigentlich immer was auf den Mentawais – allerdings nur für Experten, da die Korallenriffe sehr flach unter der Wasseroberfläche liegen. In Portugal und Marokko startet im September/Oktober mit höheren Wellen die eigentliche Hochsaison für Surfer. Sri Lanka funktioniert in unserem Winter ebenfalls, es warten perfekte Bedingungen und warmes Wasser, jedoch hat sich das ehemals als Geheimtipp gefeierte Ziel mittlerweile überall rumgesprochen.

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Die Malediven punkten mit kristallklarem Wasser und erstklassigen Wellen ab März, größere Swells kommen dann etwa ab Mai. Die Möglichkeiten, entweder an den Pazifik oder die Karibikküste zu wechseln, ermöglicht Zentralamerika, daher findet man dort eigentlich zu jeder Jahreszeit überdurchschnittlich gute Wellen. Ähnlich sieht es auch in Südamerika aus, wo man zwischen Atlantik- und Pazifikküste wählen kann. Auch Afrika hat überragende Wellen im Angebot, allen voran natürlich der weltbekannte Spot Jeffreys Bay (J-Bay). Dort laufen die Sets ab März über den ganzen Sommer (dort Winter) bis September. Länder wie der Senegal sind dagegen von November bis Februar eine Empfehlung wert.

Plan

Fertige eine Liste mit allen möglichen Zielen in deiner Reisezeit an, und schränke dann ein:

  • Welche Art von Wellen willst du surfen? High-Perfomance und flache Riffe oder lieber Beachbreaks?
  • Wie weit willst du reisen? Indo bedeutet eine recht weite Anreise, während man innerhalb Europa bei der Abreise morgens zur Abendsession schon im Wasser hocken kann.
  • Wie groß sollen die kulturellen Unterschiede im Vergleich zur Heimat sein? Asien ist verrückt, du musst teilweise mit aufdringlichen Taxifahrern klarkommen oder überaus engagierte Straßenverkäufer richtig zu nehmen wissen. Bali ist relativ modern und bietet für alle unerfahrenen Reisenden, die ein Abenteuer suchen, zumindest ein Stück weit exotisches Flair, aber der Massentourismus hat seine Spuren in den letzten Jahrzehnten deutlich hinterlassen, verglichen zum benachbarten Sumatra oder den erwähnten Mentawais. Die Malediven sind mittlerweile auch derart erschlossen, dass das Abenteuer ein bisschen verloren geht.
  • Wie groß ist dein Budget? Flüge nach Sri Lanka können beispielsweise manchmal teurer sein, doch das Leben vor Ort ist dafür deutlich günstiger als in Europa oder Amerika. Wenn du das nötige Kleingeld hast, ist ein Bootstrip in Indonesien kaum zu übertrumpfen – ein ultimatives Surferlebnis, doch das hat seinen Preis.

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Welche Unterkunft?

Wo du verweilst, wird sich maßgeblich auf die Vibes deines Urlaubs auswirken und ist ein Schlüsselfaktor, ob deine Reise cool oder mit Pech sogar zum Horrortrip wird. Vielleicht reist du aus Absicht allein, um mehr Zeit für sich selbst zu haben, vielleicht hat aber auch keiner deiner Freunde gerade Zeit.

Willst du irgendwo im Nirgendwo wohnen oder ziehst du es vor, neue Leute kennenzulernen? Lebst du nach dem Motto Sleep, Eat, Surf, Repeat, oder willst du in einem komfortablen Zimmer mit Doppelbett, AC, Pool und Wifi übernachten?

  • Surfcamp

Der soziale Aspekt eines Surfcamps macht es so beliebt bei Alleinreisenden. Man lernt schnell neue Leute kennen, die direkt zu Komplizen auf der Wellensuche werden. Somit verschwindet das Element “Einsamkeit” umgehend aus dem Solo-Trip. Du findest Surfcamps überall auf der Welt und die meisten sind preislich sehr fair: Normalerweise kannst du zwischen privaten Zimmern und einem Schlafsaal wählen. Surf-Guiding, Essen und Rental Stuff ist oftmals im Preis inbegriffen.

  • Bootstrip

Wenn du einer von den Surfern mit eher größerem Wellenhunger bist und dabei auf Erkundungen nicht verzichten möchtest, ist ein Bootstrip die optimale Möglichkeit. Dort wirst du nicht direkt am Meer sein, sondern auf dem Meer. Die meisten Angebote gibt es auf den Malediven und in Indonesien und können sehr teuer sein – besonders an abgelegenen Orten wie den Mentawais. Wie auch immer, sie sind perfekt für Solo-Traveller, die in der Natur sein wollen. Sehr cool sind vor allem “Open Boats”, die eine Art schwimmendes Hostel sind, in die du zu jeder Zeit ein- und auschecken kannst.

  • Road-Trip

Road-Trips sind für alle surfenden Abenteurer, die schon immer davon träumen, an die entlegensten Plätze zu fahren, genau das Richtige. Man spart sich den ganzen Aufwand, Hotels etc. zu buchen. Die Reisegruppen sind normalerweise sehr klein, sodass es als Alleinreisender einfach ist, Anschluss zu finden. Außerdem ist ein Road-Trip der einfachste und günstigste Weg, viele Surfspots in einem Urlaub anzusteuern. Ein weiterer Vorteil ist die Mobilität vor Ort, man muss sich nicht mit lästigen und komplizierten Busplänen beschäftigen.

  • Camping

Campingplätze sind ein Traum für jeden sparsamen Reisenden. Die günstigen Stellplätze locken den Surfer, der die Welt sehen will, aber nicht das nötige Kleingeld hat. Man bekommt keine Extras auf dem Campingplatz, aber das Nötigste zum Leben. Bei den Plätzen kommt es vor allem darauf an, dass man einen zu den eigenen Surfskills passenden Spot findet. Gute Campingplätze für Surfer kommen am häufigsten in Frankreich, Spanien und Portugal vor und die große Vielfalt bietet für jeden den optimalen Platz.

  • Appartments für Selbstversorger

Nicht jeder reisende Surfer braucht eine ganze Palette an Services wie im Surfcamp. Manchmal ist alles, was du benötigst guter Surf und eine coole Unterkunft, um richtig zu relaxen. Wenn du kein Anfänger mehr bist, nur eine Bleibe in der Nähe eines Surfspots suchst und dich selbst versorgen willst, solltest du dir eine Unterkunft und ein Auto oder Roller mieten. Diese Option gibt es nahezu überall auf der Welt – überlege dir einfach eine Surfregion und schau nach Angeboten auf Airbnb.

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